„Digital Hub“: Wo Modelle der Zukunft auf Tradition treffen

Von: André Schaefer
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So könnte der Standort des „Digital Hub“ einmal aussehen: In den kommenden Wochen soll in der Aachener St.-Elisabeth-Kirche die technische Infrastruktur geschaffen werden. Entwurf: Mathes/Rendertaxi

Aachen. Als die Initiatoren des „Digital Hub“ vor etwas mehr als einem halben Jahr ihre Pläne vorstellten, hatten sie eine ziemlich genaue Idee von ihrem Kompetenzzentrum: Ein Leuchtturm der Digitalisierung solle entstehen, finanziert aus dem Mittelstand der Region, im Herzen der Stadt Aachen.

Die Sache mit dem Turm haben sie recht genau genommen, denn der Standort des Digitalisierungszentrums, der nun feststeht, hat in der Tat einen Turm – einen Kirchturm, um genau zu sein. Der „Digital Hub“ zieht in die St.-Elisabeth-Kirche an der Aachener Jülicher Straße. Im Frühjahr treffen dort in einer interessanten Mischung Tradition und Zukunft aufeinander.

118 Mitglieder

Es geht also voran, der „Digital Hub“ nimmt Form an. Etwas mehr als sechs Monate ist es her, dass die Initiative „Aachen digitalisiert!“ ihre Bewerbung für ein vom Land Nordrhein-Westfalen finanziertes Digitalisierungszentrum eingereicht hatte – und das mit Erfolg. Vor knapp zwei Wochen übergab NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin die offiziellen Bescheide für die Förderung, für die das Land NRW in den nächsten fünf Jahren insgesamt bis zu zwei Millionen Euro für den „Digital Hub“ Aachen zur Verfügung stellt.

Die Finanzierung steht, aus der Initiative ist inzwischen ein Verein mit 118 Mitgliedern geworden, und auch die Frage des Standortes ist seit der Mitgliederversammlung nun endgültig geklärt. Oliver Grün, Vorstandsvorsitzender des „Digital Hub“, sagt: „Wir sind stolz, so einen außergewöhnlichen Ort für unser Zentrum der Digitalisierung gefunden zu haben. Wir wollen die Zukunft erfinden. Und es war uns wichtig, dass dies an einem Ort der Tradition geschieht.“

Ein Ort der Tradition ist die Elisabeth-Kirche in der Tat, mehr als 103 Jahre ist sie alt. Gebetet wird in dem rund 1000 Quadratmeter großen ehemaligen Gotteshaus allerdings schon lange nicht mehr, im April dieses Jahres wurde die Kirche entwidmet. Zuletzt diente sie unter dem Namen „Hotel Total“ als Übernachtungsmöglichkeit, als Ort der Kreativität, als Kulturschauplatz. „Kulturelle Veranstaltungen und Events aller Art wird es dort auch in Zukunft geben“, verspricht Norbert Hermanns, der die Kirche Anfang des Jahres als Investor übernahm. „Es bleibt damit ein Ort für die Öffentlichkeit.“

Flexibler Arbeitsplatz

In erster Linie stehe nun die Gestaltung einer sogenannten Co-Working-Space auf dem Plan. „Die Kirche wird zu einem Marktplatz der Talente“, sagt Grün. Wie das einmal aussehen soll, hat ein Aachener Einrichtungshaus in einem Konzept entwickelt. Für insgesamt rund 100 Arbeitsplätze – oder „Talents“, wie Grün die Gestalter der Digitalisierung gerne nennt, – soll die Kirche einmal Platz bieten. Rückzugsorte, Besprechungsräume, Telefonboxen: alles inklusive. Der flexible Arbeitsplatz soll täglich für alle Mitglieder, Start-ups und Innovationsteams des „Digital Hub“ zugänglich sein. Kommt es zu Überschneidungen mit Veranstaltungen, stehen in den Nebengebäuden der Kirche ausreichend Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Zudem ist für den Eingangsbereich ein öffentliches Café geplant.

Fest steht: Die Umbauarbeiten in der Kirche stehen unmittelbar bevor. „Es wird jetzt in den kommenden Wochen darum gehen, für eine entsprechende technische Infrastruktur in der Kirche zu sorgen“, sagt Hermanns. „Das ist die Grundvoraussetzung für einen solchen Ort der Zukunft.“

Michael F. Bayer, Vorstandsmitglied des „Digital Hub“ und Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, begrüßt den ausgewählten Standort: „Nähe schafft Innovation. Nach dieser Devise schaffen wir in der Kirche einen Ort der Begegnung für digitalisierungsbereite Unternehmer und innovative Start-ups.“ Malte Brettel, Vorstand im „Digital Hub“ und Prorektor der RWTH, sieht in dem zentralen Ort des Digitalisierungszentrums „einen Hotspot für Start-ups aus der Aachen Area“.

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