Die Streetscooter-Flotte soll bald lernfähige Ladestationen haben

Von: Rolf Hohl
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Leise und emissionsarm: Die Streetscooter haben eine Reichweite von rund 80 Kilometern. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die einen oder anderen werden es schon bemerkt haben: die Post kommt leiser daher. Die alten dieselbetriebenen Zustellfahrzeuge werden in Aachen nun schrittweise durch voll elektrische Streetscooter ersetzt.

Deutschlandweit sind bereits mehr als 700 dieser Elektrofahrzeuge im Zustelldienst unterwegs, und wenn es nach der Deutschen Post DHL geht, sollen bis Ende des Jahres noch einmal weitere 2000 Fahrzeuge hinzukommen.

Produziert werden die Elektroautos bereits in Aachen bei der Streetscooter GmbH auf dem Talbot-Gelände an der Jülicher Straße. Praktisch gegenüber liegt auch gleich der Zustellstützpunkt der Deutschen Post, wo nun die Ladestationen für die Fahrzeuge installiert wurden.

Diese sollen künftig sogar lernfähig sein: „Der Trend geht in Richtung intelligenter Ladesäulen, dass die Batterien nur noch so stark aufgeladen werden, wie für die jeweilige Tour benötigt“, erklärt Hans Färber, Zuständiger für den Fuhrpark bei der Deutschen Post DHL in Aachen. Momentan fehle es aber noch an den entsprechenden Erfahrungswerten.

Weil von den industriellen Autoherstellern damals niemand auf die Anfrage von Deutsche Post DHL reagierte, ein für die Zustellung geeignetes Elektrofahrzeug zu entwickeln, übernahm das kurzerhand die RWTH. 2012 wurde der erste Prototyp getestet und gut zwei Jahre später war Streetscooter ein eigenes Unternehmen und die Vorserie von 150 Fahrzeugen fertig gestellt.

Diese seien nun speziell auf die Bedürfnisse der Zusteller ausgerichtet, emissionsfrei und leise, sagt Dieter Pietruck, Pressesprecher der Deutschen Post DHL. „Der Komfort für die Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor, weil das Paketaufkommen auch in Zukunft stetig steigen wird“, sagt er. Dafür seien die Fahrzeuge mit ihrer Reichweite von rund 80 Kilometern und 4,3 Kubikmeter Stauraum sehr gut geeignet. Zudem habe sich die erwartbare Lebensdauer der stark beanspruchten Wagen fast verdoppelt. Hielten die Dieselfahrzeuge noch ungefähr acht Jahre, so sollen ihre elektrischen Nachfolger bis zu 15 Jahre zuverlässig ihren Dienst leisten.

„Was man den Elektrofahrzeugen bislang immer vorgeworfen hat, war die mangelnde Reichweite. Für unsere Zwecke ist das aber ideal“, sagt Fuhrparkmanager Färber. Generell eigneten diese sich besser für die bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge pro Tag, und schneller als die möglichen 80 Kilometer pro Stunde brauche man bei der Paketzustellung ja auch nicht zu fahren.

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