Die Schere zwischen Stadt und Land klafft auseinander

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Führungswechsel beim Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (EHDV) Aachen-Düren-Köln.

Auf der Jahresdelegiertentagung am Aachener Tivoli wurde der Kölner Augenoptiker Gerd-Kurt Schwieren, bislang Vize, am Mittwoch zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge des Düreners Jörg Hamel an, der zum Jahresbeginn in die Geschäftsführung des Verbandes gewechselt war. Stellvertreter sind Herbert Sütterlin (Aachen) und Uwe Gunkel (Düren), der das Amt neu antrat.

Die Situation im Einzelhandel beschrieb Schwieren als recht positiv, auch wenn der konjunkturelle Aufschwung im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen hier noch zu wünschen übrig lasse. Zudem gebe es erhebliche Unterschiede bei einzelnen Branchen- und Firmenkonjunkuren. Ebenso öffne sich die Schere zwsichen Stadt und Land, Vororten und Citylagen immer mehr. 2010 seien die Verluste des Krisenjahres 2009 noch nicht ganz aufgeholt worde.

Das Jahr habe mit einem nominalen Plus von 1,5 Prozent abgeschlossen werden können. Allerdings habe das Schneechaos nach einem guten Auftakt des Weihnachtsgeschäfts mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von 3,4 Prozent die Händler zum Jahresende stark zurückgeworfen. Schwieren mahnte die Kommunen, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, damit sich solche „katastrophalen Zustände” in nicht geräumten Innenstädten nicht wiederholten. Gleichfalls forderte der neue Chef ein optimales Baustellenmanagement in Aachen und Köln. Denn nach seiner Beobachtung würden solche Maßnahmen nicht genug koordiniert, zudem Anlieger, insbesondere der Einzelhandel, nicht rechtzeitig und umfassend informiert. Für das laufende Jahr erwartet Schwieren ein nominales Umsatzplus im Einzelhandel von 1,5 Prozent, was preisbereinigt ein Verharren auf dem Vorjahresniveau bedeute.

Er mahnte die Politik, für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen, die dem Einzelhandel aufgrund seiner Stellung als wichtiger Arbeitgeber zustehe. Dabei verwies er auch auf die neu entfachte Diskussion um die Ladenöffnung, die für Unsicherheit sorge und keine Planungssicherheit für 2012 möglich mache. Zudem nannte er verkaufsoffene Sonntage „gerade für viele kleine Kommunen überlebenswichtig”. Zunehmend stelle sich der Einzelhandel auch dem demographischen Wandel. Hier verwies Schwieren auf die anhand eines Kriterienkatalogs mögliche Qualifizierung von Geschäften für „generationenfreundliches Einkaufen”.

Ferner warb er für „nachhaltige Steuererleichterungen” für kleine und mittlere Einkommen, um den Konsum, der nicht unerheblich zur Überwindung der jüngsten Wirtschaftskrise beigetragen habe, weiter zu beleben. Ein funktionierender Handel sei „Garant für eine zukunftsfähige, lebens- und liebenswürdige Stadt”.
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