Die Ökoumlage treibt Strompreis hoch

Von: dapd/dpa
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Strom
Eine Steckdose. Foto: dpa

Berlin. Für zahlreiche deutsche Haushalte steigen die Stromrechnungen im neuen Jahr spürbar an. Nach Angaben des Verbraucherportals toptarif.de vom Donnerstag reichen immer mehr Unternehmen die infolge der erhöhten Ökostrom-Umlage entstehenden Zusatzkosten an ihre Endkunden weiter.

Insgesamt haben demnach bislang 60 Grundversorger Strompreiserhöhungen für 2011 um durchschnittlich 7,1 Prozent angekündigt, in der Spitze sogar um bis zu 14 Prozent. Auch die Versorger in der Region werden fast durchgängig erhöhen.

Mitte Oktober hatten die Übertragungsnetzbetreiber angekündigt, die von allen Verbrauchern mit der Stromrechnung bezahlte Umlage zur Förderung von Wind-, Sonnen- und Biomassestrom zum 1. Januar 2011 um mehr als 70 Prozent von rund zwei Cent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde anzuheben. Insgesamt werden die deutschen Verbraucher damit im kommenden Jahr den Strom aus erneuerbaren Energien mit rund 13 Milliarden Euro subventionieren.

Ursache für den drastischen Anstieg der sogenannten EEG-Umlage ist nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber vor allem der Ausbau der Sonnenenergie. Die installierte Photovoltaik-Leistung in der Bundesrepublik habe sich allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres um fast 50 Prozent erhöht. Für erneuerbaren Strom, der ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Diese Vergütung ist bei Solarenergie besonders hoch. Finanziert wird sie über die EEG-Umlage von allen Stromkunden, weshalb der Solarboom die Preise steigen lässt.

Auch drei der vier großen Stromkonzerne wollen zum Jahreswechsel die Strompreise anheben. Allen voran geht EnBW mit einer durchschnittlichen Erhöhung von rund zehn Prozent. RWE kündigte am Donnerstag eine moderate Anhebung an. Der Konzern, der auch Teile des Kreises Düren versorgt, will die Aufstockung der Ökoumlage nur etwa zur Hälfte weitergeben, hieß es in Essen. RWE will auch den Gaspreis erhöhen. Der Konzern erwartet bis 2016 jährlich 600 bis 700 Millionen Euro zusätzlicher Lasten aus der Brennelemente-Besteuerung und befürchtet Gewinneinbußen. Verdient hat RWE in den ersten neun Monaten vor allem im Strom- und Gasgeschäft.

Eine höhere Auslastung der Kraftwerke, vor allem dank des wieder laufenden Atommeilers Biblis, konnte niedrigere Gewinne im Handelsgeschäft ausgleichen. So stieg das betriebliche Ergebnis um 10,8 Prozent auf 6,13 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte um 10,6 Prozent auf 3,175 Milliarden Euro zu. 2010 sollen betriebliches Ergebnis und nachhaltiger Nettogewinn um fünf Prozent steigen. Vattenfall will ebenfalls die Strompreise anheben, hat sich aber zur Höhe noch nicht geäußert. Eon plant als einziger Großkonzern zunächst keine Erhöhung.

Auf breiter Front wird es teurer: So sieht es in der Region aus

Die Stadtwerke Aachen werden den Strompreis zum neuen Jahr um gut sieben Prozent anheben.

Die Stadtwerke Düren liegen mit plus 14,5 Prozent zum 1. Januar oben auf der Skala.

Bei der Enwor GmbH Herzogenrath geht es im allgemeinen Tarif um zehn Prozent hoch, der Heimvorteiltarif bleibt bis Ende 2011 stabil.

Die EWV Energie- und Wasserversorgung Stolberg kündigte eine Erhöhung zum neuen Jahr an, die Höhe steht noch nicht fest.

Die Stadtwerke Jülich werden die Preise erhöhen, aber es gibt noch keine Entscheidung über die Höhe.

NEW Energie im Kreis Heinsberg will die Erhöhung bei 50 Euro pro Jahr deckeln, bei der Festlegung bis Ende 2012 bei 42 Euro.

Bei Lekker Strom steht die Entscheidung noch aus.
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