Die „Marke” Aachen braucht Profilierung

Von: hjd
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Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Viel mehr Licht als Schatten - und das gerade mal zwei Jahre nach dem Höhepunkt der globalen Wirtschaftskrise, deren Ausläufer immer noch (so mächtig) nachwirken. So bewertet Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen, das ablaufende Wirtschaftsjahr in der Region und die Aussichten für das kommende Jahr.

„Die Unternehmen der Region haben ihre hervorragende Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt”, sagt Drewes und verweist auf aktuelle Zahlen, die belegen, dass etwa das verarbeitende Gewerbe die Krise nicht nur komplett aufgeholt hat, sondern teils besser dasteht als in den Boomjahren vor dem Zusammenbruch.

Eine Tatsache, die großes Lob für den strategischen Weitblick der Unternehmen nach sich zieht: „Die Firmen haben, nicht zuletzt durch das Instrument der Kurzarbeit, ihr Personal gehalten und die Krisenzeit genutzt für Innovationen und Verbesserungen ihrer Abläufe. Nun können sie davon profitieren.”

Für das kommende Jahr sagt Drewes einen weiteren Aufschwung voraus, der einhergeht mit einem schärferen Wettbewerb der Wirtschaftsregionen. „Wir können uns dem stellen, indem wir einerseits unsere Instrumente der Wirtschaftsförderung bei der Gründung neuer Unternehmen, der Ansiedlung existierender Unternehmen und der Bestandspflege bereits ansässiger Unternehmen beibehalten und optimieren und andererseits Verbesserungen in einzelnen Bereichen angehen.” Ihm schwebt eine schärfere Profilierung der „Marke” Technologieregion Aachen vor.

Wobei außer Frage stehe: Diese Marke müsse konsequent unter dem Namen „Aachen” geführt werden, denn „dieser Name zieht, er ist bekannt und positiv besetzt - im In- und Ausland.” Das Verhältnis von Oberzentrum und Umland ist hier und da etwas belastet; vor diesem Hintergrund erscheint diese Forderung keine Selbstverständlichkeit. Eingebettet sieht der IHK-Hauptgeschäftsführer diese Marke in zwei überregionale Zusammenschlüsse: die Metropolregion Rheinland und die Metropolregion Maas/Rhein im Verbund mit den niederländischen und belgischen Nachbarn.

Konstrukte, die bereits existieren, deren Ausgestaltung aber auf die Agenda für 2011 zu setzen sei. Punkten könne die Region Aachen dabei mit ihrer unbestrittenen Vorreiterrolle in Sachen Technologie. Im Gepäck habe sie allerdings immer noch die Folgen des Strukturwandels, die sich in der Arbeitslosenquote und der relativ niedrigen Erwerbsquote niederschlügen. „Naturgegeben” sei hingegen ein weiteres Problem: die Randlage, die zwar durch eine mehr und mehr ausgereifte Infrastruktur (Ausbau der A4) abgemildert werde, die sich aber noch negativ etwa bei der Bahn-Anbindung (drittes Gleis) auswirke.

Risiken sieht Drewes für das kommende Jahr vor allem in den nicht kalkulierbaren Folgen der Schuldenkrise in Europa und in den hohen Rohstoffpreisen. Auch bei der Politik setzt er Fragezeichen: Setzt die rot-grüne NRW-Landesregierung den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur fort? Wie wirkt sich das Energiekonzept der Bundesregierung bei den Unternehmen aus? „Die Folgenabschätzung ist bei der Politik manchmal doch eher mangelhaft ausgeprägt. Grundsätzlich gilt auch hier: Die Betriebe haben selbst keine großen Probleme; die Probleme kommen meist von außen.”

Wie gesagt: viel mehr Licht als Schatten.
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