Die Firmen Bonback und Solent produzieren exklusiv für Lidl

Von: Verena Müller
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Vor der Erweiterung: Die Bonback-Brotfabrik in Übach-Palenberg. Die Lidl-Gruppe investiert in diesen Komplex und die Schokoladenfabrik rund 350 Millionen Euro. Foto: Bonback

Übach-Palenberg. Mit dem zweiten Spatenstich für die Brotfabrik Bonback sollte die letzte Bauphase des gigantischen Komplexes der Lidl-Gruppe in Übach-Palenberg eingeläutet werden. Eigentlich. Denn wie am Mittwoch im Industriegebiet Holthausen zu vernehmen war, ist es möglich, dass der Standort für Brot- und Schokoladenproduktion bald erneut erweitert wird.

„Wie viele Spatenstiche noch folgen werden, ist offen“, sagte Jürgen Esser, Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Sindra und Bauherr des Komplexes. Sowohl er als auch Bonback- Geschäftsführer Peter Ritzer hielten sich beim offiziellen Termin mit der Übach-Palenberger Stadtverwaltung sehr bedeckt, was konkrete Zahlen anbelangt. Teil der Unternehmensstrategie, wie sich schon bei vorherigen Terminen gezeigt hatte. Mengen, Märkte und Einblicke in den Produktionsablauf – alles sehr geheim.

400 Arbeitsplätze geplant

Bislang sehen die Pläne vor, dass auf rund 15 Hektar Fläche bis Anfang 2015 rund 400 Arbeitsplätze entstehen. Derzeit sind es 250 Vollbeschäftigte. Rund 350 Millionen Euro investiert die Lidl-Gruppe insgesamt in den Standort, der in dieser Form in Europa einzigartig ist. Hintergrund der Entscheidung für die Gründung der beiden Produktionsgesellschaften ist laut Esser zum einen, dass Lieferanten weggebrochen sind und zum anderen neue Felder erschlossen werden sollen.

Im März 2009 hatten die Bauarbeiten für die Solent GmbH & Co. KG begonnen, seit Oktober des darauffolgenden Jahres verlassen pro Stunde 1050 Tafeln Schokolade das Fließband. In einem weiteren Gebäudeteil werden Trockenfrüchte und Nüsse abgepackt. Bedient werden ausschließlich Lidl-Märkte in 28 europäischen Ländern.

Im März 2011 starteten die Bauarbeiten für die Backfabrik Bonback, Ende 2012 lief auch hier die Produktion an. Für 150 Millionen Euro wird dieser Abschnitt nun erweitert. Während im ersten Bauteil Brot und Brötchen hergestellt würden, sei es denkbar, dass im zweiten auch andere Sortimente produziert würden, so Jürgen Esser. Kuchen beispielsweise „oder andere Backwaren, die ins Süße gehen“, so Ritzer. Außerdem sollen sogenannte Prebake-Produkte hinzukommen. Andere Discounter haben es vorgemacht: Sie bieten vorgebackene Produkte an, die auf Knopfdruck warm aus einer großen Box fallen. Schwerpunktmarkt für Brot und Brötchen ist NRW, vor allem das Ruhrgebiet.

Wenn in zwei Jahren die Bonback-Fabrik ihre bislang geplanten Dimensionen erreicht hat, bildet die Fassade den Abschluss zur David-Hansemann Straße. Und der soll deutlich ansehnlicher gestaltet sein als die derzeit recht simplen, grauen Blöcke. Ästhetik soll in den Industriebau Einzug halten, das war auch der Übach-Palenberger Stadtverwaltung und Politik wichtig. Rein optisch könnte die Front mit ihren großen Glasflächen auch zu einem Verwaltungsbau gehören – einem recht nüchtern und kühlen zwar, aber immerhin.

Tatsächlich ist am Standort aber nur wenig Verwaltung angesiedelt. Das meiste wird von Sachsen-Anhalt aus gesteuert. „Der überwiegende Teil der Angestellten arbeitet in der Produktion und Technik“, erläuterte Esser. Lebensmitteltechniker, Industrieelektroniker, Mechatroniker und Mechaniker würden gesucht. Der Großteil der Belegschaft stammt aus der Region.

Die ehemalige Zechengemeinde Übach-Palenberg profitiert von dem Industriekomplex, der derzeit größten Baustelle in NRW, enorm. Neue Baugebiete werden ausgewiesen und insgesamt die Infrastruktur verbessert – das kommt auch vielen ortsansässigen Unternehmern wieder zugute.

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