Der West-LB-Chef wirft das Handtuch

Von: dpa
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Rücktritt: Heinz Hilpert, Chef der WestLB. Foto: dpa

Düsseldorf. Die angeschlagene WestLB verliert mitten in ihrem tiefgreifenden Konzernumbau den Bankchef. Heinz Hilgert, der erst vor einem Jahr den Chefposten bei der NRW-Landesbank übernommen hatte, trat am Montag überraschend zurück.

Er begründete seinen Schritt mit einer mangelnden Unterstützung beim WestLB-Umbau durch die maßgeblichen Bankeigentümer, die Sparkassen in NRW. Die Mehrheitseigentümer seien nicht bereit gewesen, sich an erforderlichen Garantien zu beteiligen.

Kurz vor seinem Rücktritt legte Hilgert Quartalszahlen für die WestLB vor. Demnach hat die drittgrößte deutsche Landesbank 2009 den besten Jahresauftakt seit Jahren verzeichnet. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 250 Millionen Euro. Darin seien keine Effekte mehr aus der Auslagerung von risikoreichen Papieren von Anfang 2008 enthalten, bei der die WestLB-Eigentümer Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro abgaben. Hilgert betonte, dass von diesen Garantien bisher lediglich 280 Millionen Euro in Anspruch genommen wurden.

Beim Konzernumbau sei jetzt ein weiterer entscheidender Schritt erforderlich: Die WestLB wolle werthaltige Papiere wie Staatsanleihen in einem Volumen von etwa 80 Milliarden Euro auslagern. Dafür seien weitere Garantien von höchsten fünf Milliarden Euro erforderlich.

Die EU-Kommission hatte erst in der vergangenen Woche die milliardenschwere Staatshilfen für die WestLB gebilligt und der Bank gleichzeitig eine Schrumpfkur verordnet. Brüssel genehmigte Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro für die risikoreichen Papiere. Im Gegenzug muss die WestLB ihr Geschäft halbieren.

Die großen Etappen auf diesem Weg sollen die Auslagerung werthaltiger Papiere und der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank mit einer Bilanzsumme von 26 Milliarden Euro sein. Außerdem muss die WestLB bis Ende 2011 mehrheitlich über ein Bieterverfahren verkauft werden.

Die Sparkassen hatten zuletzt deutlich gemacht, dass sie keine weiteren Belastungen durch die WestLB tragen wollen. Sie sind mit gut 50 Prozent der Anteile Mehrheitseigentümer der Landesbank. Lediglich das Land hatte seine Bereitschaft signalisiert, weitere Garantien entsprechend seiner Beteiligungshöhe zu geben. Weitere Eigentümer der WestLB sind die Kommunen.

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