Der regionale Export als „Motor des Aufschwungs”

Von: Berthold Strauch
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Aachen. „Stark aus der Krise” - damit brachte Bert Wirtz, Präsident der Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK), die aktuelle Lage der Region aus seiner Sicht auf den Punkt.

Bei der Jahresvollversammlung am Dienstag im Krönungssaal des Rathauses unterstrich Wirtz, dass „für 2011 die Signale weiter auf Wachstum” stünden: „Die Bürger kaufen wie selten zuvor”. Zudem blicke der Einzelhandel zufrieden auf das vergangene Jahr.

Für Wirtz ist die Ausfuhr „der Motor des Aufschwungs”. Mit 47,4 Prozent erreiche die Exportquote „einen neuen Rekordwert”, fügte der Präsident an und versicherte, dass man „stolz auf die vielen kleinen und mittleren Unternehmen” sei, die sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen „auf den Weltmärkten behaupten”. Die Kammer habe geholfen, die Krise zu meistern, etwa durch Einsteigerseminare in ausländische Märkte oder Fachinformationsreisen in Zukunftsmärkte.

In diesem Zusammenhang machte Wirtz auch eine kritische Anmerkung zum „unnötigen Papierkrieg” um die Erteilung an Visa für ausländischen Unternehmen, die in Deutschland Geschäfte machen wollten. Gerade mit Blick auf die Türkei warnte er davor, „eine Chance zu verpassen, in Wachstumsmärkten dabei zu sein”. Die Kammer habe die Abgeordneten der Region aufgefordert, „sich im Interesse der Wirtschaft für Verbesserungen einzusetzen”.

Mahnende Worte richtete Wirtz an das Land Nordrhein-Westfalen, die Gemeindefinanzen neu zu ordnen, um die Kommunen wieder handlungsfähig zu machen. Der Präsident sieht auch den Bund gefordert, die stark steigenden Soziallasten, die jeden finanziellen Handlungsspielraum „abwürgen”, mitzutragen. Zudem wehrte er sich gegen eine faktische Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuer durch Landespläne, fiktive Hebesätze zu erhöhen.

Bert Wirtz verwies zudem auf die Ausbildungsproblematik. Gerade den Schwächeren wolle die Kammer berufliche Perspektiven bieten. Dazu biete sie Abgängern von Hauptschulen eine Bewertung ihrer Stärken und Schwächen an. Darauf sollten gezielte Nachschulungsangebote aufbauen. Hier müssten auch die Firmen „im Interesse der Jugend Verantwortung übernehmen”, Schwächeren eine Chance zu geben. Zumal bald eine „Lehrlingslücke und damit ein Mangel an Fachkräften drohe.

Wirtz nannte technologieorientierte Firmengründungen den „Schlüssel zur Erneuerung unserer Wirtschaftsstruktur”. Positiv wertete er dabei, dass das Land auf die Verbesserung der Fördermöglichkeiten setze - womit „wir an das Erfolgsmodell aus den achtziger Jahren anknüpfen wollen”, so der Präsident. „Ich hoffe, dass jetzt auch Taten folgen und die guten Ideen nicht im Bürokratie-Dschungel verschwinden.”

Wirtz sieht die Gefahr einer „falschen Weichenstellung” in der Verkehrspolitik und machte sich dabei auch stark für den ICE-Haltepunkt Aachen. Überdies seien „Ertüchtigungen” und Ausbau der Infrastruktur vonnöten, da die Verkehrsbelastung weiter rasant ansteigen werde. Zudem fordert er ein regionales Marketing „unter der Marke Aachen”. Der gesamte Wirtschaftsraum werde von einer starken Marke profitieren.
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