Denn Grün ist die Hoffnung

Von: Berthold Strauch
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Anlagemodell: Die neue, 1,4 Me
Anlagemodell: Die neue, 1,4 Megawatt starke Photovoltaikanlage auf den Dächern des Aachener Maschinenbauers Schumag. Foto: Schumag/Carl Brunn

Aachen. Rund 7000 einzelne Module sind es, die zu einer mächtigen „sauberen” Energiequelle zusammengeschaltet sind: Auf den Dächern der Maschinenfabrik Schumag in Aachen-Schleckheim ist eine Photovoltaikanlage mit einem Leistungsvermögen von 1,4 Megawatt installiert worden.

Damit gehört dieses Sonnenkraftwerk zu den größten seiner Art weit über Aachen hinaus hinaus.

Für Schumag-Vorstand Steffen Walpert ist diese Solaranlage auch ein markantes Symbol für die Zukunft seines Unternehmens. Denn die Photovoltaik soll ein weithin sichtbares Aushängeschild für die Anstrengungen sein, Schumag mit der Energietechnik ein neues, sicheres Standbein zu verschaffen, das die bisherige Abhängigkeit und damit, wie jüngst erlebt, Krisenanfälligkeit vermeiden hilft.

Ein weiteres Zeichen dieser Anstrengung, die angesichts des aktuell diskutierten Ausstiegs aus der Atomtechnologie ausgezeichnet in die Zeit passt, ist die Gründung des neuen Schumag-Ablegers „Green Energy”. Dafür hat sich Walpert mit einem Unternehmen aus Norderstedt bei Hamburg verbündet, das mit 51 Prozent der Anteile auch die Mehrheit hat. Bei diesem Joint-Venture-Partner handelt es sich um die Max Walk & Willy Lehmann Kraftfahrzeuge-Landmaschinen GmbH. Ziel sei eine langfristige Kooperation im Bereich nationaler und internationaler Photovoltaikmärkte, heißt es in einer „Ad-hoc-Mitteilung” des börsennotierten Aachener Unternehmens. Warum ausgerechnet ein bislang Branchenfremder an der Seite von Schumag? Steffen Walpert: „Unser Partner hat ebenso wie wir ein weiteres Standbein aufgebaut. Hierdurch kommen die Verbindungen zu den Herstellern zustande. Außerdem bringt er Rechte zum Bau von Photovoltaik-Kraftwerken in Deutschland und Europa für den Geschäftsbetrieb ein und gibt die erforderliche Vorfinanzierung.”

Bei der Schleckheimer Photovoltaikanlage ist Schumag ebenso nicht als Investor in Erscheinung getreten, sondern stellt lediglich die notwendigen Dachflächen zur Verfügung - und kassiert dafür entsprechend interessante Pachteinnahmen. Für die Installierung hätten verschiedene private Kapitalanleger gesorgt, so Walpert, zu denen er keine näheren Angaben machen möchte. An diese Investoren, die rund 3,6 Millionen Euro bereitgestellt hätten, fließt nun auch die Einspeisevergütung, die entgegen den bisherigen Ankündigungen für Neuanlagen zunächst nicht weiter abgesenkt werden soll (siehe Politikseite).

Beim Beackern des Feldes alternative Energie hat Walpert seine Fühler inzwischen auch nach China ausgestreckt. Für die geplante Projektierung und den Bau von Photovoltaikanlagen setzt der Schumag-Vorstand auf einen etablierten Modulhersteller aus dem asiatischen Riesenland.

Eine Klärung, ob diese Geschäftsbeziehung tatsächlich zustandekommt, erwartet er bis zum 1. Oktober, wenn das neue Unternehmens-Wirtschaftsjahr beginnt. Bis dahin hält er sich auch bezüglich der Nennung des Namens noch vornehm zurück. Während die Chinesen ihr Know-how und die Maschinen beisteuern, stellt Schumag die Produktionsräume und sein Qualitätsmanagement zur Verfügung und sorgt für die Abwicklung der Aufträge. Über die zu erwartenden Produktionsmengen will Walpert noch keine Angaben machen.

Darüber hinaus beschäftigt sich Schumag mit einem weiteren wichtigen Element der Photovoltaik: den Wechselrichtern. Ein entsprechendes Aggregat, das den Solar-Gleichstrom netztauglich umwandelt, sei bereits entwickelt worden, sagt der Vorstand. Die Herstellung soll von einem anderen chinesischen Partner auch in dessen Herkunftsland erfolgen. In Schleckheim sollen dann die Sicherheits- und Funktionstests nach deutschen Qualitätsmaßstäben vorgenommen werden. Der Startschuss für die Fertigung soll schon in diesem Sommer fallen. Erstes Ziel sind 25 000 Wechselrichter jährlich.

Im Bereich Green Energy erwartet Steffen Walpert in den nächsten Jahren etwa 75 bis 100 zusätzliche Arbeitsplätze bei Schumag. Mittlerweile ist das Unternehmen mit rund 700 Beschäftigten, darutner circa 150 Leiharbeitnehmer, personell wieder auf dem Stand von vor der großen Wirtschaftskrise angelangt. In diesem Zusammenhang seien rund 220 Mitarbeiter abgebaut worden. „Schumag ist wieder da!”, freut sich Walpert.
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