„Denkanstöße sind ein Gewinn für uns“: Neue Märkte erschließen

Von: Alexander Barth
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Die GVB GmbH auf Wachstumskurs: Unternehmensgründer Norbert Braun und sein Team Sabine Rademacher, Stephanie Maisenbacher und Roland Nagel (von links). Foto: Alexander Barth

Herzogenrath. Die Unternehmergeschichte von Norbert Braun beginnt ziemlich amerikanisch: Im Keller eines Aachener Mietshauses, das Norbert Braun in den 90er Jahren bewohnte. Heute beschäftigt seine GVB GmbH 17 feste Mitarbeiter.

Seit 2011 firmiert der gebürtige Schleswig-Holsteiner mit seinen größtenteils langjährigen Mitarbeitern auf einem eigenen Betriebsgelände in Herzogenrath mit 1500 Quadratmetern Lagerfläche. Man vertreibt und verarbeitet Spezialgläser, zu den Kunden gehören Großunternehmen der Autozulieferer-Industrie wie auch kleine Kunsthandwerker.

Ein neues Produkt soll jetzt den direkten Weg auf die Lieferantenlisten der Automobilhersteller ebnen. Das nötige Know-how holen sich Braun und sein Team durch den Wettbewerb „AC² – Die Wachstumsinitative“ der Gründerregion Aachen.

„Tatsächlich kenne ich einige Unternehmer in den USA, die so angefangen haben. Ein Weg, den etwa auch ein Steve Jobs ging“, blickt Norbert Braun zurück. Damals, in den 90er Jahren, verkaufte er zunächst aus den USA importierte Röhren und Stäbe aus buntem Glas, „hauptsächlich für Künstler, so etwas gab es in Europa sonst nicht.“

Ein Freund aus den Staaten hatte ihn gefragt, ob er die Vorreiterrolle übernehmen wolle, und Braun hatte spontan zugesagt. Künstlerische Ambitionen hatte der gelernte Glasapparatebauer dabei nicht. „Wie das eben so ist im Leben: Es hat sich einfach ergeben.“

Bald wurde der heimische Keller zu klein, größere Räume mussten her: Die fand Norbert Braun, zunächst in Aachen-Eilendorf, wo sein Unternehmen weiter wuchs, bis der Platz auch hier nicht mehr ausreichte. „Dies war die Zeit, um eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen.“ Und die sah so aus: Einen eigenen Bau anschieben, ausreichend Büro- und Lagerflächen schaffen und nicht zuletzt: Wachstum einkalkulieren. „Wir haben dieses neue Produkt, mit dem wir neue Kundengruppen erschließen wollen“, sagt Braun.

Dabei stoße sein Unternehmen allerdings an natürliche Grenzen des Marktes. „Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, mit unserer Entwicklung bei den großen Automobilfirmen überhaupt vorsprechen zu können“, beschreibt seine Mitarbeiterin Sabine Rademacher die Ausgangssituation.

An dieser Stelle kommt der Wettbewerb „AC² – Die Wachstumsinitative“ ins Spiel. Gemeinsam mit Stephanie Maisenbacher und Roland Nagel bildet sie jetzt ein firmeninternes Team, das eigens für den Wettbewerb gebildet wurde und gleichzeitig den Marketingweg für das neue Produkt – Schutzgläser für Laseroptiken – ebnen soll. „Wir treffen uns regelmäßig, um Ideen auszutauschen und unser Konzept auszuarbeiten.“

Das mehrstufige Wettbewerbsprogramm sieht neben der Erstellung eines Wachstumskonzepts vor allem Beratung für die teilnehmenden Firmen vor, „ein sehr wertvolles Angebot“, findet Sabine Rademacher. Rainer Vieregge steht den GVB-Mitarbeitern als ehrenamtlicher Coach während der gesamten Planungsphase zur Seite. „Die Zeiteinteilung für die Treffen läuft flexibel und unkompliziert, ganz so, wie es passt“, erklärt Stephanie Maisenbacher.

„Allein die Impulse aus den Coaching-Gesprächen machen das ganze Angebot wert- und sinnvoll für Unternehmen mit Ambitionen.“ Dazu kommen Informationsveranstaltungen und die organisierten „Wachstumsabende“ mit Fachvorträgen und Kontaktforen. Am Ende der Planungsphase steht ein Wachstumsplan mit Maßnahmenkatalog, der von unabhängigen Gutachtern für den Wettbewerb geprüft wird. Ob Sieger oder nicht: Fachkundiges Feedback ist den Teilnehmern in jedem Fall sicher.

Vom Erfolg im Wettbewerbssinne mag man bei der GVB GmbH in Herzogenrath noch nicht sprechen. „Schon die Denk- und Planungsanstöße sind ein Gewinn für uns“, findet Norbert Braun.

Betriebe, die ihre Wachstumsabsichten noch in den AC2-Wettbewerb einbringen wollen, können dies noch bis Anfang März tun. Teilnehmen können alle kleinen und mittelständischen Unternehmen aller Branchen mit Sitz in der Wirtschaftsregion Aachen, Düren, Euskirchen, Heinsberg anmelden. Das Unternehmen sollte seit mehr als fünf Jahren erfolgreich am Markt aktiv sein und zwischen fünf bis 500 Mitarbeiter beschäftigen. Die Preisverleihung ist am 7. Juni gemeinsam mit dem Gründer- und Innovationspreis.

Infos zum Wettbewerb gibt es bei der Gründeregion Aachen unter 0241/4460-350 oder im Internet unter www.ac-quadrat.de

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