Das Mobilfunknetz funktioniert, die Geschäftsidee geht auf

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Innovative Ideen führen zum Erfolg: Geschäftsführer Mark Hakim blickt auf zehn Jahre Qosmotec. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Kein Netz“ – beinahe jeder Handybesitzer kennt die ärgerliche Situation, in der er verzweifelt versucht, die wichtige SMS in den digitalen Ideenhimmel zu befördern, in der Hoffnung, dass sie irgendwann unbeschadet auf dem Display des Empfängers erscheint. Genau solche Situationen haben Mark Hakim, Dr. Dieter Kreuer und Axel Voigt auf die richtige Idee gebracht.

Vor zehn Jahren gründete das Trio in Aachen die Firma Qosmotec, um die Lastanfälligkeit von Netzen zu überprüfen.

Mit einer eigens konstruierten Software warfen sie eine vollkommen neue Testmethode auf den Markt – die Funktionsfähigkeit von Mobilfunk-Netzen wird nämlich bei Qosmotec im Labor getestet, aufwändige Testfahrten und Test-Telefonierer werden durch die vollautomatische Technik für Netzwerkhersteller und -provider hinlänglich. Eine kleine Revolution, was den drei „Qosmonauten“, wie sie auch scherzhaft genannt werden, bereits in ihrer Anfangszeit den dritten Platz beim Gründerwettbewerb „AC2“ einbrachte. 2004 erreichten sie zwar nicht die Pole Position, anderem ist im Laufe der Zeit dagegen längst der Sprit ausgegangen ist. Bei Qosmotec ist das anders: Sein Angebot konnte das Unternehmen weiter ausbauen, zum Beispiel mit einem Testverfahren für Spezialnetze wie sie etwa bei der Deutschen Bahn eingesetzt werden. Dank der Qosmotec-Software müssen so keine Schienen mehr für Testfahrten gesperrt werden.

Die Kunden des Aachener Technologieunternehmens kommen mittlerweile aus ganz Europa, den USA und Japan. Hakim schätzt, dass zurzeit über eine Milliarde Geräte im Einsatz sind, die mit der Software von Qosmotec getestet wurden. Die wahre Herausforderung besteht für ihn und seine Mitstreiter aber auch darin, die Mobilfunktechnologie sichtbar zu machen. Dafür hat Qosmotec sich im Rahmen eines Kongresses mit dem „Network in a Box“ etwas ganz besonderes einfallen lassen. Dort haben sie ein System aufgebaut, welches in einem Industrieschrank ein frei konfigurierbares Mobilfunknetzwerk zur Verfügung stellte, sodass man sich nacheinander in verschiedene Netze einbuchen konnte. Die Teilnehmer waren völlig begeistert, dass einer auf seinem Handy spanisches Netz, der andere italienisches Netz sah und diese sich dann auch mit der entsprechenden Ländervorwahl gegenseitig anrufen konnten.

Aachen ist weiterhin der Standort des Unternehmens, welches mittlerweile 15 Mitarbeiter beschäftigt. „Aachen liegt nicht nur geografisch günstig, sondern bietet mit RWTH und FH hervorragende Möglichkeiten für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte“, erklärt Hakim, der selbst Mathematik an der RWTH studiert hat. Ständiges Forschen ist in dem Marktsegment, in dem Qosmotec agiert, unerlässlich. Eine schnelle Branche, die keinen Stillstand kennt. Planungen, die über fünf bis zehn Jahre hinausgehen, machen wenig Sinn und dennoch muss man den Markt ständig im Blick haben. „Das bedeutet natürlich auch, dass man oft auf eigenes Risiko forscht. Einige Erfindungen werden auch nicht zu Ende gebracht, da sie schon im Entwicklungsprozess veralten“, so Hakim weiter.

Kleine Überraschung

Visionen hat das Technologieunternehmen nach wie vor. Zukunftsmusik ist die sogenannte „Car-to-Car-Kommunikation“, an der auch Qosmotec fleißig mitforscht. Die neuartige Technik, die es ermöglicht, dass zwischen fahrenden Fahrzeugen ein unmittelbarer Informationsaustausch stattfindet, ist auf dem besten Weg zur Serienreife. Durch den Einsatz dieser neuen Kommunikationsform soll vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden, da sich Fahrzeuge so über Straßen- und Verkehrsverhältnisse wie Glatteis, Aquaplaning, Unfälle oder stehengebliebene Fahrzeuge rechtzeitig informieren können.

Zum zehnten Geburtstag gab es noch eine kleine Überraschung: Qosmotec ist durch den Stifterverband für die deutschen Wissenschaft mit dem Siegel „Innovativ durch Forschung“ ausgezeichnet worden.

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