Das Kreativlabor lockt mit einem enormen Gestaltungspotenzial

Von: Berthold Strauch
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Eine „Living Sculpture“ made by Philips: Welche kreativen Gestaltungsmöglichkeiten mit den neuartigen Oled-Beleuchtungselementen möglich sind, demonstriert der Konzern in seiner modernen Aachener „Denkfabrik“.

Aachen. Noch überragt das sieben Meter hohe Markenzeichen des Philips-Konzerns das Werksgelände im Aachener Industriegebiet Rothe Erde. Doch dieses weithin sichtbare Symbol wirtschaftlicher Stärke wird im Zuge von Sanierungsarbeiten auf dem riesigen Produktionsareal zu Boden geholt.

Frei gewordene Flächen werden für die Ansiedlung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten vorbereitet – ein Zeichen für den beständigen Wandel vor Ort. Was diese Aufbereitung angeht, nicht mehr unbedingt in der Regie von Philips. Aber dennoch strahlt der Stern dieses Unternehmens gerade in Aachen heller denn je, eine erfolgreiche Zukunft ist vorgezeichnet. Und die leuchtet im sprichwörtlichen Sinne in glänzendem Licht.

Denn von Aachen aus werden die entscheidenden Weichen gestellt, damit Philips auch weiterhin erfolgreiche Impulse weltweit in der Lichttechnologie setzen kann – wie seit vielen Jahrzehnten schon. Und so ist auch das Werksgelände ein Zeichen für einen erfolgreichen Strukturwandel. Hier war einst Europas größtes Stahlwerk ansässig. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Ära Geschichte, eine neue Nutzung etablierte sich dort. Bereits 1947 begann Philips dort mit dem Aufbau seines neuen Standorts. Zuvor war der Konzern bereits in einem Gebäude an der Jägerstraße tätig, wo ab 1934 Radios gebaut wurden. Heute arbeitet dort unter anderem das RWTH-Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (Isea) von Professor Rik de Doncker und Prof. Dirk Uwe Sauer.

Zu den ersten Produkten am neuen Domizil, dessen Adresse inzwischen – natürlich – die Philipsstraße ist, zählten nach der Startphase mit Glühbirnen die Bildröhren, und eine Glasfabrik gehörte zum Spektrum. Vor über 50 Jahren kam dann ein Element in den Fertigungshallen hinzu, das im Grunde nach auch heute noch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht: die Herstellung von Fahrzeugleuchten. „Wir haben die ersten Halogenlampen für Autos gebaut“, macht Philips-Standortleiter Karl Spekl deutlich – Ergebnis auch der traditionell starken Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Aachen. „Unser zentrales Thema ist Innovation“ – und dies stets „mit höchstem Qualitätsanspruch“, fügt der 58-jährige Diplom-Ingenieur an. Und wie rasant sich dieses Geschäftsfeld entwickelt hat, macht Spekl mit dieser sehr eindrucksvollen Zahl deutlich: „Jedes dritte Auto auf der Welt fährt mit Lampen unseres Aachener Werks.“

Rückschläge verkraftet

Die Entwicklung des Standorts verlief nicht linear, es gab Rückschläge, Produktionseinstellungen wie die der Bildröhrenfabrik im Jahre 2004, deren Hinterlassenschaften jetzt sorgfältig aufbereitet werden. Spekl spricht von einem „Auf und Ab bis zur heutigen Ausprägung“. Das bedeutet in aktuellen Zahlen: Philips in Aachen verfügt über rund 1600 Mitarbeiter. Und davon sind alleine etwa 1200 Beschäftigte mit der Herstellung der Automobillampen betraut. Dies bedeutet eine hochautomatisierte Fertigung rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche.

Unterm Strich verlassen laut Spekl weit über 250 Millionen Lampen jährlich das Aachener Werk, darunter auch die Xenon-Lampen, die Anfang der neunziger Jahre maßgeblich in Aachen mitentwickelt worden seien, unterstreicht der Manager – mit dem zufriedenstellenden Ergebnis, auf diesem Sektor deutlich die weltweite Marktführerschaft übernommen zu haben.

Die für diese Prozesse notwendigen Produktionsmaschinen stammen, gespickt mit entsprechend wertvollem Know-how, aus der eigenen Maschinenbausparte GTD. Dies sei ebenfalls ein entscheidender Faktor für die hohe Wettbewerbsfähigkeit, ist Spekl überzeugt. Der Schlüssel zum Erfolg, bekräftigt der Standortleiter, sei es, in der Entwicklung neuer Produkte stets an der Spitze zu stehen. Dies gilt auch für ein neues, vielversprechendes Geschäftsfeld, die Oled-Produktion, organische Leuchtdioden mit einem enormen Zukunftspotenzial. Eine erste Fertigungslinie für diese Oleds ist bereits seit dem Jahre 2007 in Betrieb. Und im vergangenen Jahr kam die Entscheidung, rund 40 Millionen Euro in den weiteren Ausbau dieser Sparte zu stecken.

Hierbei geht es um eine neuartige Halbleiter-Beleuchtungstechnologie, die außerdem – entsprechend der Zeichen der Zeit – besonders energieeffizient ist. Mit diesen Elementen sind dank flacher Bauweise interessante, moderne Designlösungen etwa im Wohn- und Geschäftsbereich denkbar. Diese Lichtquellen sind in Raum- und Möbelgestaltungen integrierbar. Ein hauseigenes Kreativlabor auf dem Gelände an der Philipsstraße zeigt möglichen Anwendern das enorme Gestaltungspotenzial der Oleds auf. Auch hier haben die Aachener die Nase vorn.

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