Damit die Region noch enger zusammenrückt

Von: Robert Esser
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Flagge zeigen für die Region:
Flagge zeigen für die Region: Gerrit van Vegchel (Vorsitzender Parkstad Limburg), Aachens OB Marcel Philipp, NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, IHK-Präsident Bert Wirtz, IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes (von links) auf der Expo Real in München. Foto: Gerhard Blank

München. Warum Paul Breitner am Dienstag auf der gigantischen Gewerbeimmobilien-Messe Expo Real am Stand „aachen1a” in München vorbeischaute, blieb unklar. Vielleicht hatte sich der Ex-Bayern-Star verlaufen.

Was angesichts von 1610 Ausstellern aus 34 Ländern auf 64.000 Quadratmetern nicht verwunderlich wäre. Hunderte zielstrebige Besucher trifft man auf dem strahlend grünen Messestand an, auf dem unter dem Namen des Oberzentrums Aachen bis zum 6. Oktober 23 Unternehmen, Organisationen und Institutionen das Dreiländereck präsentieren und zwischen Moskau und den Nachbarn vom Niederrhein um Investoren buhlen.

Beispiel RWTH-Campus: „Seitdem die ersten Gebäude auf Melaten wachsen, hat das nationale und internationale Investoreninteresse deutlich Fahrt aufgenommen”, sagt Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Das soll der Stadt in den kommenden Jahren bis zu zwei Milliarden Euro und 10.000 neue Arbeitsplätze an den Schnittstellen zwischen Hochschule und Technologie-Unternehmen einbringen.

Gebaut wird aber nicht nur auf Melaten. „In der Städteregion machen sich die anziehenden Immobilienpreis jetzt schon bemerkbar”, stellt Städteregionsrat Helmut Etschenberg fest. Das freut Immobilienbesitzer, schafft aber auch Probleme. „Wir brauchen kurzfristig, auch wegen des doppelten Abiturjahrgangs, der uns 5000 bis 7000 zusätzliche Studenten bescheren wird, preiswerten Wohnraum”, betont Philipp.

Nicht nur im studentisch geprägten Pontviertel Aachens planen Projektentwickler deswegen hunderte neue Appartments. Gefragt sind flexible Lösungen - wie auf dem Solarcampus in Jülich. „Dort ist die neue, unmittelbare Verknüpfung von Leben und Lernen an einem Ort ein großer Erfolg”, lobt der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn. Neben gigantischen Campus-Modellen wirbt die Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang um Geldgeber. Das Kino der ehemaligen NS-Ordensburg wird erst zum Informationszentrum, dann zu einer Veranstaltungs- und Tagungsstätte umgebaut. Geschäftsführer Thomas Fischer-Reinbach will die Besucherzahlen auf bis zu 300.000 pro Jahr hochschrauben. Für Übernachtungsgäste fehlt aber ein Hotel. „Hier suchen wir im Drei- bis Vier-Sterne-Segment Betreiber und Investor”, erklärt Manfred Pohl („vogelsang ip”). Der Hotelbau boomt schließlich.

Dutzende Bürgermeister aus dem Dreiländereck, Architekten, Makler, Projektentwickler und Bauunternehmer, ebenso aus den Niederlanden und Belgien, tummeln sich am Stand „aachen1a”. Auch die NRW-Minister Harry K. Voigtsberger (Wirtschaft) und Ralf Jäger (Innen) informieren sich vor Ort. „Hier werden in der Immobilienbranche Kontakte geknüpft und Geschäfte eingestielt, von denen das ganze Dreiländereck nachhaltig profitiert”, sagt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jürgen Drewes. IHK-Geschäftsführer und Standorganisator Fritz Rötting ist überzeugt: „Unser Auftritt auf der Expo Real verschafft der starken Marke Aachen bedeutend mehr Aufmerksamkeit.”

Weil das Dreiländereck noch näher zusammenrückt. So zurrten Aachens OB Philipp, Städteregionsrat Etschenberg, Gerrit van Vegchel (Parkstad Limburg) und die Bürgermeister Paul Depla (Heerlen) und Reg van Loo (Vaals) sowie der Gemeindeverbund der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens mit Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz eine noch engere Zusammenarbeit in Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Verkehrsfragen über die sogenannte AG Charlemagne fest. Wer an Aachen vorbeigeht, ist - ähnlich wie Paul Breitner - von gestern. So jedenfalls sieht es die hiesige Immobilienbranche.
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