Conti in Aachen fährt Reifenproduktion wieder hoch

Von: Manfred Kistermann
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Blicken wieder optimistischer in die Zukunft: Conti-Werksleiter Dirk Weber (rechts) und Betriebsratschef Bruno Hickert. Foto: M. Kistermann

Aachen. Die Krise in der Automobilbranche hat im vergangenen Jahr auch beim Aachener Reifenwerk von Continental Bremsspuren hinterlassen. Jetzt aber befinden sich die Reifenbäcker in Rothe Erde auf der Beschleunigungsspur.

„Es geht wieder aufwärts”, sagt Werkleiter Dirk Weber und gibt zu, dass ein schweres Jahr hinter der 1300-köpfigen Belegschaft liege. Aber: „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.”

In diesem Jahr wird man in der Kaiserstadt wieder - wie schon im Jahr 2008 - die Produktion auf 8,3 Millionen Reifen herauffahren können. Im letzten Jahr wurden rund 15 Prozent weniger Pneus produziert. Kurzarbeit war die Folge, 60 Leiharbeitnehmer mussten gehen, deren Aufgaben vor allem im Transportbereich übernahmen feste Conti-Mitarbeiter. Die diesjährige Produktionssteigerung ist mit das Resultat einer vom Betriebsrat erzielten Betriebsvereinbarung.

Die Belegschaft in Aachen nimmt eine 3,3-prozentige Lohnkürzung in Kauf, im Gegenzug gibt der Konzern eine Auslastungszusage.

Betriebsratschef Bruno Hickert verweist stolz darauf, dass es trotz der Krise gelungen sei, keine betriebsbedingten Kündigungen bei der Stammmannschaft aussprechen zu müssen. Dazu seien auch alle Azubi übernommen und neue eingestellt worden. Einstellungen werden es jetzt wieder geben. Für die 50 neuen Jobs gebe es bereits viele Bewerber, vor allem aus der unmittelbaren Nachbarschaft, wo beispielsweise die Firma Gates die Werkstore schließt.

Die Krise hätte nur überstanden werden können, weil alle Mitarbeiter sich sehr flexibel gezeigt und auch Opfer gebracht hätten, merkt Dirk Weber an. Bruno Hickert bestätigt, dass es trotz der einschneidenden Maßnahmen wie Einkommensverluste kein Murren, sehr wohl aber Ängste gegeben habe. „Wir können aber mit Stolz sagen, dass wir die Krise gemeistert haben.” Neben genügend Arbeit wird der in Hannover ansässige Konzern dem Aachener Werk in diesem Jahr auch einen hohen einstelligen Millionenbetrag für Investitionen zukommen lassen. Im letzten Jahr flossen trotz der Krise bereits fünf Millionen nach Aachen, die vor allem für die Modernisierung der Maschinen, aber auch zur Modernisierung der Energieanlagen verwendet wurden. Dank spezieller Energiesparmaßnahmen kann laut Dirk Weber der CO2-Ausstoß im Werk um 1600 Tonnen im Jahr reduziert werden.

Die diesjährigen Investitionsmaßnahmen fließen zu fast 30 Prozent der heimischen Wirtschaft zu, schätzt Weber, denn die Erweiterung des großen Fertigwarenlagers werde mit der Hilfe von in und um Aachen ansässiger Firmen realisiert.

Wie Betriebsratchef Hickert erklärt, werde man sich in Kürze wieder mit der Konzernleitung über einen Standortsicherungsvertrag für die nächsten fünf Jahre unterhalten. „Ich bin sehr zuversichtlich, das dieser zustande kommt.” Was ihn so zuversichtlich macht, ist die Tatsache, dass in Aachen fast nur Premium-Pneus produziert werden.

Das Continentalwerk in Aachen Rothe Erde beschäftigt mit Behälterbau und Entwicklungsabteilung 1430 Mitarbeiter. 8,3 Millionen Reifen sollen in diesem Jahr produziert werden. Täglich verlassen 27.000 Reifen die Hallen. 37 Prozent der Produktion geht in die Erstausrüstung, meist Premiummarken wie Daimler und BMW. Der pannensichere Reifen SSR hat in Aachen einen Produktionsanteil von 25 Prozent.
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