Cemecon streicht mehr als ein Drittel der Belegschaft

Von: Berthold Strauch
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Würselen. Einschneidende Maßnahmen sollen das Unternehmen retten: Die Würselener Cemecon AG, seit Mitte Juni im Insolvenzverfahren, streicht bis Ende August 100 Voll- und Teilzeitstellen.

Dazu kommt der Verzicht auf etwa 40 Jobs von Hilfskräften und Beschäftigten mit befristeten Verträgen. Somit baut der High-Tech-Spezialist für Härtungsanlagen über ein Drittel der einst knapp 350-köpfigen Belegschaft ab.

Diese Zahlen gab der vorläufige Insolvenzverwalter, der Aachener Rechtsanwalt Thomas Georg, am Montag bekannt. Der umfassende Stellenabbau sei „aufgrund der dramatischen Umsatzeinbrüche vor Insolvenzantragstellung leider nicht zu vermeiden”. Nur so sei für Cemecon „ein Überleben möglich”, bekräftigte er den schmerzlichen Sanierungsprozess. Allein im Anlagenbau betrug das Minus 80 Prozent. Georg wird wohl zum 1. September endgültig die Verantwortung bei Cemecon übernehmen, wenn das Aachener Amtsgericht über den Insolvenzantrag entschieden hat. Ab dann muss er selbst die fälligen Löhne und Gehälter aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaften.

Bis zu diesem Datum müssen auch die betroffenen Mitarbeiter gehen - allerdings nicht in die Arbeitslosigkeit. Wie Holger Voskuhl, der Sprecher Georgs, dazu ergänzte, werde allen Beschäftigten, die das Unternehmen verlassen müssten, ein Platz in einer noch zu gründenden Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) angeboten. Dafür stehe ein Träger bereit. Die BQG werde diese Personen, die ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren, bis zu sechs Monate anstellen. In dieser Zeit erhalten sie etwa 80 Prozent ihres letzten Nettolohns. Die Betroffenen sollen „auf neue berufliche Herausforderungen vorbereitet” werden.

Unmittelbar nach der Installierung des ersten Betriebsrats in dem Unternehmen, der erst am vergangenen Freitag seine Arbeit aufnehmen konnte, hat der vorläufige Insolvenzverwalter die ersten Verhandlungen mit der Mitarbeitervertretung aufgenommen.

Georg sieht Chancen, das Unternehmen „wieder auf eine gesunde Basis zu stellen”, da Cemecon „in einigen Bereichen weltweiter Technologieführer ist und einen guten Ruf in der Branche hat”.

Der Rechtsanwalt will auch bei den Sachkosten kräftig den Hebel ansetzen. Hierbei sollen in allen Bereichen 60 Prozent eingespart werden. Ein entscheidender Faktor dabei ist Rückgabe üppiger Mietflächen im Europark, einer Gewerbeimmobilie am Aachener Kreuz, die nun wegen der Einschnitte überflüssig werden.
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