Bustourismus als Riesenchance für die deutschen Städte

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Deutschland ist in Europa die Nummer eins, was die Zahl der Übernachtungen angeht, und nicht südliche Sonnen-Urlaubsadressen wie Spanien oder Italien.

2010 waren es 380 Millionen. Mit der Frage, ob sich dies nochsteigern lässt, beschäftigt sich das Städte- und Kulturforum des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) in Aachen. Zu diesem Branchentreff haben sich bis heute gut 100 Reisespezialisten versammelt. Aachen ist erstmals Gastgeberin dieser Konferenz „zum „Know-how-Transfer”.

Tourismus sei ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor, unterstrichen DTV-Vizepräsident Peter Siemering und Hauptgeschäftsführerin Claudia Gilles am Mittwoch vor der Presse. Selbst in der Weltwirtschaftskrise ab 2008 seien „Rekorde” zu verzeichnen gewesen. Diese Dienstleistung gewinne weiter an Gewicht und sei dabei, „an der Industrie vorbeizumarschieren”. Gut 2,8 Millionen Menschen sind in der Branche beschäftigt - Jobs, die „nicht exportierbar sind”, so Siemering. Sie erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 233 Milliarden Euro. Und auch die ersten Zahlen für dieses Jahr ließen erwarten, fügte der DTV-Experte, im Hauptberuf Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale, hinzu. Für 2011 prognostiziert er ein Wachstum von bis zu drei Prozent. Nach Siemerings Angaben sind die Großstädte „die Motoren des Deutschland-Tourismus”. Dabei gewinnen Kulturangebote für die Gäste eine zunehmende Bedeutung. Zudem sei das Land nach den USA auch spitze im Tagungs- und Kongressgeschäft.

Wachsende Bedeutung gewinne insbesondere das Busgeschäft - „eine Riesenchance”, so Siemering. Dabei verwies er vorrangig auf den demographischen Faktor - die Branche könne stark auf die „Silver-Ager” als Fahrgäste setzen und habe mit „Billigtourismus” nichts mehr gemein. Weniger interessant sei dabei die Übernachtungsquote dieser Reisenden mit knapp zehn Prozent. Siemering warnte davor, die Auflagen für diese „umweltfreundlichen Fahrzeuge, insbesondere gemessen am Individualverkehr”, weiter zu verschärfen, etwa Cityfahrverbote zu verhängen. Der DTV sei darüber in konstruktiven Gesprächen mit den Ministerien.

Neue, insbesondere technische Möglichkeiten für Gästeführungen sind gleichfalls Thema der Konferenz. Hier stellen RWTH-Forscher ihre Konzepte vor, mit denen in Aachen bereits gute Erfahrungen gesammelt werden.

„Gastgeber” Werner Schlösser, Geschäftsführer des Aachen Tourist-Service, nannte für seine Stadt ein Plus von acht Prozent bei den Hotelübernachtungen in 2010, insgesamt 850.000, davon 150.000 von Kurgästen. Aachen brauche „zwingend” neue Hotelkapazitäten, bekräftigte er: „Wir sind an der Decke.” Er sei zuversichtlich, dass sich bald die Grundstücksprobleme lösen ließen. Rund 4500 Gruppen werden jährlich von den 42 Führern betreut.
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