Aachen - Business-Club Aachen-Maastricht ehrt Reinhold Würth

Business-Club Aachen-Maastricht ehrt Reinhold Würth

Von: Berthold Strauch
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Hohe Anerkennung gezollt: (v.l.) Roman Herzog, Reinhold Würth und Ulrich Daldrup. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Als „klassischen Selfmade-Man” würdigte Alt-Bundespräsident Professor Roman Herzog den Erfolgsunternehmer Reinhold Würth, bekannt als „Schrauben-König”. Herzog (75) hielt im Aachener „Quellenhof” die Laudatio auf den 74-Jährigen.

Er hat aus einer Zwei-Mann-Firma einen Weltkonzern geschmiedet. Würth wurde mit dem Unternehmenspreis des Business-Clubs Aachen-Maastricht ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die Würth in seine gemeinnützige Stiftung einbringt. Clubchef Ulrich Daldrup rühmte Würth als „den Bill Gates von Künzelsau” in Baden-Württemberg.

„Wohin wären wir gekommen nach dem großen Nullpunkt 1945”, wenn Persönlichkeiten wie Würth „ihre Chancen nicht wahrgenommen hätten, die sich ihnen geboten haben”, sagte Herzog. Er sei überrascht und werde nachdenklich, wenn sich Würth selbst „mit voller Überzeugung immer noch als Mittelständler bezeichnet - darüber wird wird man diskutieren müssen”, fügte das von 1994 bis 1999 amtierende Staatsoberhaupt launig an. Doch gemeint sei „dessen Charakter” - Chef eines vom Eigentümer gesteuerten Familienunternehmens, der persönlich verantwortlich zeichne und auch Rückschläge abfange.

Würth, der mit 19 Jahren nach dem Tod seines Vaters die Leitung übernahm, habe die Philosophie gelebt, „wenn ich schon machen muss, will ich auch was daraus machen”. Wichtig, so Herzog weiter, sei es, Ziele vorzugeben, „damit bei den Mitarbeitern sportlicher Ehrgeiz geweckt und ein Wir-Gefühl erzeugt” werde.

Herzog attestierte Würth, dass dieser den Paragraphen 14 des Grundgesetzes stets ernstgenommen habe: „Eigentum verpflichtet.” Und so habe der Unternehmer als Kunstmäzen dafür gesorgt, dass europaweit bereits 13 Museen und Kunstkabinette von ihm errichtet und betrieben werden, die frei öffentlich zugänglich seien. „Minister und andere Politiker müssten vor Ihrer Türe Schlange stehen, um Dank zu sagen”. Doch „wenn Sie der Staat schon ärgert”, spielte der Verfassungsrechtler Herzog auf ein umstrittenes Steuerstrafverfahren an, sei es schön, wenn der Business-Club „etwas zu korrigieren versucht”.

Würth nahm den Preis „in Bescheidenheit auch im Namen von unseren 58000 Mitarbeitern auf der ganzen Welt” an - „sonst würde ich nicht hier stehen”. Wachstum ohne Gewinn sei „tödlich”, formulierte er sein Lebensmotto. Und: „Schaffe, net schwätze.”

Der Handelskonzern Würth bilanzierte 2009 einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro, ein Betriebsergebnis von 200 Millionen Euro.
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