Buhlen um die Abiturienten steht bevor

Von: Jan Mönch
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Aachen/Düren. Der Ausbildungsmarkt in der Region zeigt sich im Jahr 2012 weitgehend stabil - und bringt sogar das eine oder andere Plus mit sich.

Das geht aus den Zahlen hervor, die Agentur für Arbeit, Handwerkskammer (HWK) und Industrie- und Handelskammer (IHK) am Montag bei dem Dürener Maschinenbauer Matec vorstellten.

So stieg die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr von 5940 auf 6005 (und somit um 1,1 Prozent), die Zahl der gemeldeten Bewerber gar von 6911 auf 7481 (8,2 Prozent). Allerdings blieben auch wesentlich mehr Bewerber unversorgt: waren bis zum 30 September 2011 166 Ausbildungssuchende auf ihrer Suche leer ausgegangen, waren es zum 30. September dieses Jahres 237.

Jürgen Koch, der am Montag seinen ersten Arbeitstag als operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Aachen-Düren hatte, möchte das Adjektiv „stabil” so auch nicht als Synonym für „gut” verstanden wissen. „Denn wirklich gut wäre es, wenn Angebot und Nachfrage sich die Waage halten würden.”

Drei Prozent über Vorjahreswert

Ähnlich sieht das HWK-Geschäftsführer Georg Stoffels. Zwar lägen die abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk sogar drei Prozent über dem Vorjahreswert. „Aber nicht alle Betriebe sind zufrieden” - 40 an der Zahl hätten in der Region trotz ihrer Bemühungen keinen Azubi gefunden. Einen ähnlichen „Leidensdruck” macht auch IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen aus, wenngleich nur in einzelnen Bereichen - nämlich zuvorderst in Gastronomie, Einzelhandel sowie der IT-Branche.

Um einem flächendeckenden Fachkräftemangel vorzubeugen, schielen beide Kammern für das kommende Jahr insbesondere auf die Abiturienten. Wegen des doppelten Abiturjahrgangs wird es davon in NRW bekanntlich rund 50 000 mehr geben als in anderen Jahren. Und während die Hochschulen sich für den Ansturm der Erstsemester wappnen, hoffen Handwerk, Handel und Industrie, möglichst vielen Abiturienten ihr Ausbildungsangebote schmackhaft machen zu können. Die passenden Slogans gibt es natürlich auch schon: „Abi im Blick, Handwerk im Kopf” heißt es bei der HWK, „Das Rheinland freut sich doppelt” bei der IHK.

Bei den Bemühungen um den Azubi mit Hochschulreife werden die Dualen Studiengänge, in denen Ausbildung und Studium kombiniert werden, erstmals auch im Handwerk eine Rolle spielen. Kooperationsverträge mit der Fachhochschule (FH) Aachen für die Bereiche Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau sind bereits unterschrieben.

Bei dieser Weichenstellung spielten nicht zuletzt die sehr positiven Erfahrungen der Kollegen von der IHK eine Rolle. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der FH bieten Industrie und Handel mittlerweile acht Duale Studiengänge an. Die Abbrecherquoten seien ausgesprochen gering, weiß Heinz Gehlen. Und wichtiger noch: „Die Unternehmen reißen sich um die Absolventen.”
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