Aachen - Bei der Schumag AG ist wieder Feuer unterm Dach

Bei der Schumag AG ist wieder Feuer unterm Dach

Von: hau
Letzte Aktualisierung:
Schumag
Vor der Hauptversammlung am Mittwoch haben etwa 600 Beschäftigte und Gewerkschafter wieder einmal vor den Werkstoren in Schleckheim demonstriert.

Aachen. Der traditionsreiche Aachener Maschinenbauer Schumag AG kommt nicht zur Ruhe. Vor der Hauptversammlung am Mittwoch haben etwa 600 Beschäftigte und Gewerkschafter wieder einmal vor den Werkstoren in Schleckheim demonstriert.

Die Anteilseigner des Maschinenbauers wurden nicht nur mit Buhrufen, Trillerpfeifen und Gespenstermasken empfangen, sondern auch mit Tomaten und Eiern beworfen. Sie trugen es dennoch mit Fassung.

Die IG Metall ist besorgt, dass das mittlerweile wieder florierende Unternehmen von Hedgefonds geplündert werden könnte. Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft in Aachen: „Wir fürchten, dass sie rausholen, was rauszuholen ist, etwa Grundstücke und Immobilien.”

Der Hintergrund: Die IG Metall hat Informationen, wonach ein durch gerichtlichen Beschluss beim Amtsgericht Krefeld hinterlegtes und so blockiertes Aktienpaket in Höhe von etwa 80 Prozent der Gesamtaktien freigegeben worden ist. Die Besitzverhältnisse an diesem Aktienpaket waren bis zuletzt zwischen mehreren Partnern umstritten, unter ihnen Fondsgesellschaften auf den Bermudas und den Cayman Inseln, hinter denen laut IG Metall der Londoner Hedgefonds-Manager Alexander von Ungern-Sternberg steht.

Beckers: „Die müssen sich geeinigt haben.” Die IG Metall fürchtet nun, dass die Unternehmenspolitik radikal geändert wird und auf die Werte des Unternehmens zugegriffen wird. Sie hatte im Sommer 2011 mit der Unternehmensleitung einen Sanierungstarifvertrag zur Stabilisierung des Betriebs abgeschlossen, in dem die Arbeitnehmer auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten. Beckers: „Wir werden die Politik der Hedgefonds nicht mit Arbeitnehmerbeiträgen unterstützen.”

Sollten die Stimmrechte für die 80 Prozent ausgeübt werden, behalte man sich die für diesen Fall vereinbarte außerordentliche Kündigung dieser Vereinbarung vor. Gleiches gelte auch für verschiedene Betriebsvereinbarungen, von denen der Betriebsrat ebenfalls mit sofortiger Wirkung zurücktreten werde. „Das bedeutet, dass sie sich gut überlegen müssen, was sie tun”, sagte Becker weiter.

Dabei laufe das Geschäft momentan gut: „Das Unternehmen könnte gut existieren, wenn nicht im Hintergrund die Hedgefonds wären.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert