Aachen - Baubranche untermauert den Trend

Baubranche untermauert den Trend

Von: Thorsten Karbach
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Scharfe Kritik an Maut-Plänen: IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

Aachen. Es geht weiter aufwärts mit der Wirtschaft in der Region. Insbesondere das Baugewerbe festigt seine ausgesprochen gute Geschäftslage. Das ist die wichtigste Botschaft des Konjunkturberichts der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen zum Jahresbeginn.

Drei Mal im Jahr werden für einen solchen Konjunkturbericht Unternehmen aus der Region zu ihrer Geschäftslage und den weiteren Aussichten befragt – diesmal waren es 324 Firmen mit zusammen 39 000 Mitarbeitern. Und beim Blick auf die Zahlen berichtet der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Michael F. Bayer, zufrieden: „Die Wirtschaft in der Region entwickelt sich weiter gut.“ Schon als sich im letzten Jahr anderswo im Land Trübsal breit machte und die Skeptiker die Erwartungen bremsten, wurden in der Region positive Resultate erzielt. Der Trend geht also weiter.

Die Lage: 40 Prozent der befragten Unternehmen nennen ihre aktuelle Geschäftslage gut. Nur elf Prozent schlecht. Das ist eine weitere Verbesserung der Situation, denn im Herbst 2014 wurden nur 35 Prozent guter und zwölf Prozent schlechter Antworten gezählt. Ein solch positives Ergebnis erzielten auch die Vereinigten Unternehmerverbände Aachen (VUV) in ihrer Montagsfrage. Die überwiegende Mehrheit der Mitgliedsunternehmen war mit ihrer geschäftlichen Entwicklung 2014 zufrieden.

Insbesondere im Baugewerbe hat sich die Geschäftslage, so die IHK-Umfrage, unübersehbar verbessert. Hatten im Herbst 2014 28 Prozent der Befragten die Lage als „gut“ eingestuft, sind es zum Jahresbeginn 2015 45 Prozent. Auch die Ertragslage ist branchenübergreifend besser als noch im Herbst. In 30 Prozent aller befragten Firmen hat sie sich verbessert. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, aber es gibt zwei Entwicklungen, die der Wirtschaft vielerorts gut tun: die niedrigen Ölpreise und der schwache Euro-Kurs, der vor allem für Unternehmen, die vom Export leben, wie ein kleines Konjunkturprogramm wirke, wie Bayer erläutert.

Die Erwartungen: 25 Prozent der Befragten erwarten gute Ergebnisse, nur 19 Prozent schlechte. Im Herbst waren es 22 beziehungsweise 17 Prozent. Auch hier ist die Baubranche besonders hoffnungsfroh. 30 Prozent (Herbst: 24 Prozent) der Betriebe wollen stärker als bisher investieren. Die VUV-Befragung ergab, dass die Konjunkturlage auf dem Niveau von 2014 bleiben werde.

Die Probleme: Sie liegen vor der eigenen Haustür. Die Nachfrage im Inland war der meistgenannte Risikofaktor für das Jahr 2015. Die Geschäftslage beispielsweise im Einzelhandel stützt diese Aussage. Mit 53,6 Prozent hat jeder zweite Befragte das Inlandsgeschäft als Hauptproblem genannt. Auch der Mindestlohn wird als Risiko verstanden. Dagegen spielen die großen weltpolitischen Konflikte nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Russland-Ukraine-Konflikt schlägt sich in der aktuellen Konjunkturumfrage kaum noch nieder. Das hat einen einfachen Grund: Russland und die Ukraine sind für die Region nur ein Handelspartner von vielen. 185 Unternehmen in der Region pflegen laut IHK Beziehungen nach Russland, 211 in die Ukraine.

Einige wenige mögen von der Situation dort hart getroffen sein – das waren sie aber meist schon im Frühjahr 2014. In der Summe wirkt sich das aber nicht aus. Nur drei Prozent des Exports in NRW insgesamt ist von Russland und der Ukraine abhängig. Und das kriselnde Griechenland ist als Handelspartner für das Gros der Firmen ebenso unbedeutend. Die Konjunkturumfrage ergibt unterm Strich sogar eine steigende Exporterwartung. 28 Prozent der Unternehmen haben entsprechende Erwartungen. Und kaum ein Viertel der Befragten sieht die Auslandsnachfrage als Risikofaktor. Das Vertrauen in die Partner im Ausland ist groß, der wichtigste sitzt in der Nachbarschaft: Die Niederlande sind der Hauptexportpartner der Region.

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