Batterietag im Eurogress: Damit die Speicherung von Energie effizienter wird

Von: Rolf Hohl
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Eröffneten gestern den 8. Batterietag NRW in Aachen (v.l.): Prof. Martin Winter (WWU Münster), NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, RWTH-Prorektorin Prof. Doris Klee und RWTH-Professor Dirk Uwe Sauer. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Bis zum Jahr 2050, so der Plan, sollen mehr als zwei Drittel der Stromproduktion durch Windkraft und Solarenergie erzeugt werden. Beide Technologien sind jedoch stark vom Wetter abhängig und bedürfen daher einer effizienten Speicherung. Diese zu gewährleisten ist eine der derzeit wichtigsten Forschungsbereiche bei der Entwicklung von Batterien.

Dazu fand am Dienstag der Batterietag NRW im Eurogress Aachen statt, zu dem sich mehr als 200 Wissenschaftler und Fachleute einfanden, um an der Zukunft der großen und kleinen Energiespeicher zu arbeiten.

Es war bereits das achte Branchentreffen dieser Art, zum sechsten Mal war Aachen der Ort der Wissenschaftstagung, die unter der Leitung der beiden Universitäten Münster und Aachen organisiert wurde. In der Kaiserstadt konzentriere man sich stark auf die Integration, die Sicherheit und die Anwendungsmöglichkeiten der Batterien, während in Münster eher die Grundlagenforschung stattfinde, erklärte Prof. Dirk Uwe Sauer vom RWTH-Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA). „Batterien werden in der Zukunft etwa einen Drittel des Autos ausmachen, da ist also ein enormes Potenzial“, sagte er.

Dabei werde es in der Weiterentwicklung von Batterien in erster Linie weniger um Platz und Gewicht gehen, sondern um die Energiedichte, um Material und damit Kosten zu sparen. Die Diskussion, in der häufig Gas- oder Wasserstoffantriebe dem Elektroantrieb gegenübergestellt werden, halte er für nicht sinnvoll: „Vielmehr wird es vermutlich so sein, dass die Autos lediglich die ersten 100 Kilometer rein elektrisch fahren, und dann beispielsweise auf Gas oder Wasserstoff umschalten.“ Da etwa 80 Prozent der gefahrenen Distanzen Kurzstrecken von wenigen Kilometern seien, wäre damit schon ein großer Teil abgedeckt.

Elektrisch angetriebene Flugzeuge

Batterien spielen aber auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle, in denen sie kaum sichtbar ihre Arbeit verrichten. Etwa bei der Notstromversorgung von Krankenhäusern, in Rasenmähern oder sogar schon in ersten Tests mit elektrisch angetriebenen Passagierflugzeugen. Das alles erfolgt zum Ziel der Emissionsvermeidung, um die Erwärmung des globalen Klimas in Grenzen zu halten. Dazu, betonte Sauer, müsse man jedoch auch die Frage nach dem Ursprung der Energie im Auge behalten. „Es ist nichts gewonnen, wenn alles elektrisch ist, aber der Strom immer noch aus Kohlekraftwerken kommt.“

Der Batterietag stelle da eine Art Kreuzungspunkt für Wissenschaft und Industrie dar. Und er sei auch eine Jobbörse: „Die Studienabgänger in diesem Bereich werden uns regelrecht aus den Händen gerissen, da fehlen noch viele junge Fachleute“, sagt Sauer. Sie werden auch nötig sein, um die in Paris festgesetzten Klimaziele zu erreichen. Die Wissenschaft kann diese aber ebenso wenig allein erreichen wie die Politik. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze appellierte daher als Schirmherrin der Veranstaltung auch an die Bürger: „Die meisten Leute sind der Meinung, dass die Energiewende richtig ist, dennoch hat das kaum Auswirkungen auf das persönliche Handeln.“

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