Aachen - Barometer steht auf Zuversicht

Barometer steht auf Zuversicht

Von: Berthold Strauch
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Maler sind laut Konjunkturumfr
Maler sind laut Konjunkturumfrage überaus zufrieden mit der Auftragslage der vergangenen sechs Monate. Foto: Stock/Imagebroker

Aachen. Eigentlich ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Aachener Handwerkskammer (HWK) ein Grund für relative Gelassenheit. Denn bereits zum fünften Mal in Folge kann sich die Halbjahresbilanz der Betriebe im Prinzip bestens sehen lassen.

Die große Mehrheit von ihnen berichtet von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. „Das sind Topwerte”, freute sich der neue HWK-Hauptgeschäftsführer Peter Deckers am Dienstag bei der Präsentation der Herbstzahlen. Somit stehe das Stimmungsbarometer weiter auf Zuversicht, fügte er an.

Doch es gibt einen altbekannten Wermutstropfen: Die aus der EU-Staatsschuldenkrise resultierende „unübersichtliche Gesamtsituation” gehe auch am Handwerk nicht spurlos vorbei, machte Deckers gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Nicole Tomys deutlich. Die Eintrübungen sorgten dafür, dass sich die meisten Betriebe nach der „Konjunkturrallye der vergangenen zweieinhalb Jahre” tendenziell auf eine Konsolidierung des bisher erreichten Niveaus einrichteten. Die Wirtschaftsleistung bleibe weiter „auf einem sehr hohen Niveau”, fügte Deckers an. „Es gibt keinen Grund für Panikmache und übertriebenen Pessimismus. Aber der nachlassende Konjunkturschwung wird spürbar.”

Überaus zufrieden mit ihren Auftragsbüchern waren in den letzten sechs Monaten Ausbauhandwerke wie Maler, Lackierer, Fliesenleger, Installateure, Tischler und Elektrotechniker. 43 Prozent von ihnen sprechen von einer guten Geschäftslage, 50 Prozent von einer befriedigenden. Ähnlich die Ergebnisse auch im Bauhandwerk, wo 28 Prozent der Handwerker von guten und 58 Prozent von befriedigenden Geschäftsverläufen sprechen. Die Bauhandwerker verfügen noch über ein Auftragspolster von acht Wochen, bei den Kollegen vom Ausbau sind es noch gut sechs Wochen Vorlauf.

Am wenigsten erfreulich schätzen die Kfz-Handwerker ihre Lage ein. Allein ein Drittel von ihnen berichtet von schlechteren Geschäften - nicht zuletzt auch eine späte Folge des Neuwagenbooms durch die „Abwrackprämie”, was zu spürbar geringerem Reparaturaufkommen führte.

Der erkennbare Umbruch von relativ starkem Wachstum zu geringerer Dynamik zeichnet sich laut Deckers auch in der Preisentwicklung ab. Während 22 Prozent der Handwerker im letzten Halbjahr wegen der gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten Preiserhöhungen bei ihren Kunden durchsetzen konnten, mussten 14 statt zehn Prozent der Betriebe wegen des Wettbewerbsdrucks und ihrer problematischen Auftragslage ihre Preise senken.

Die wachsende Unsicherheit lesen die HWK-Experten auch an einer nachlassenden Neigung zu Investitionen ab. Hier liege das Schwergewicht auf Ersatz, weniger auf Neuanschaffungen durch Wachstum.

Die Beschäftigtensituation bei den aktuell insgesamt 16.348 regionalen Handwerksbetrieben wird als gut bezeichnet, sie bleibe stabil. 73 Prozent der befragten Firmen gingen von einer gleichbleibenden Belegschaft aus, 14 Prozent setzten gar auf Neueinstellungen. In dem Zusammenhang betonte Deckers den zunehmenden Fachkräftemangel im Handwerk, obschon die Ausbildungszahlen gut seien. Dies könne mittelfristig zu einer Wachstumsbremse führen. Zudem forderte er, die „Ungleichbehandlung” der Betriebe bei den Stromkosten schnellstens zu beseitigen.
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