Aussichten im Handwerk sind rekordverdächtig gut

Von: Ulrich Kölsch
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Die Geschäfte laufen gut: Das Handwerk in der Aachener Region geht mit viel Schwung in den Winter. Foto: dpa

Aachen. Am liebsten hätte Peter Deckers am Donnerstag die Champagnerkorken knallen lassen, als er die Ergebnisse der Herbstumfrage der Handwerkskammer Aachen präsentierte. Aber das hätte wohl den Ablauf der Pressekonferenz gesprengt.

Deshalb beließ der Hauptgeschäftsführer der Kammer es dabei, sich in Champagnerstimmung zu versetzen, als er die Rekorddaten verkündete, über die die Handwerksbetriebe in der Region berichteten.

Glänzende Geschäfte

91 Prozent der befragten Handwerker meldeten gute Geschäfte: 43 Prozent bewerteten sie mit „gut“ und weitere 48 Prozent mit „befriedigend“. Im Frühjahr hatte der entsprechende Wert nur bei 83 Prozent gelegen. „Dass es im Sommerhalbjahr nochmals einen so kräftigen Konjunkturschub geben würde, haben die meisten nicht erwartet“, sagte Deckers. Die starke Binnenkonjunktur, gestiegene Realeinkommen und das niedrige Zinsniveau machte er für diesen Schwung verantwortlich.

Auch für den kommenden Winter sehen sich die Betriebe bestens gerüstet: 72 Prozent der Meister zeigten sich überzeugt, dass es auf dem jetzigen Niveau weitergehen wird und elf Prozent erwarten sogar noch eine Steigerung.

Um sieben Punkte hat sich der Auftragsbestand auf 80 Prozent verbessert. Die Auftragsreichweiten umfassen inzwischen sechs Wochen, wobei es je nach Branchen Unterschiede gibt. Im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe liegen sie mit 8,5 und 7,6 Wochen und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit 7,7 Wochen deutlich über dem Durchschnitt.

Die glänzenden Geschäfte schlugen sich auch in der Umsatzentwicklung nieder: Drei Viertel der Fachbetriebe haben bessere oder gleiche Umsätze eingefahren. Insgesamt stieg der Umsatz des Handwerks im Kammerbezirk 2014 um 2,3 Prozent auf 7,39 Milliarden Euro. Für den Verbraucher kann diese Entwicklung auch negative Folgen haben. In einzelnen Sparten, vor allem im Baubereich, nahmen nach Beobachtung der Kammer die Wartezeiten auf Handwerker deutlich zu.

Der Optimismus in der Branche schlug sich ebenso beim Investitionsverhalten wie bei der Beschäftigung nieder. Der Anteil der investierenden Betriebe stieg von 76 auf 81 Prozent. Das Beschäftigungsklima verbesserte sich nochmals um zwei Punkte auf 86 Prozent: 68 Prozent der Unternehmen behielten ihre Teamstärke und 18 Prozent stellten neue Fachkräfte ein. Insgesamt arbeiteten in den 16 557 Betrieben der Region 86 849 Handwerker – 0,9 Prozent weniger als im Jahr 2013. Zwischen Selfkant und Weilerswist sind rund 15 Prozent aller Erwerbstätigen Handwerker, jeder siebte Umsatz-Euro wird in diesem Wirtschaftszweig erwirtschaftet.

Ein Blick auf einzelnen Branchen zeigt allerdings deutliche Unterschiede: Während das Bauhandwerk und das Gesundheitsgewerbe zu 97 Prozent eine positive Einschätzung der Geschäftslage abgaben, hat sich bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf der etwas verhaltenere Geschäftsverlauf des Frühjahrs fortgesetzt. Deutlich an Fahrt zugelegt haben die Betriebe im Kfz-Bereich, während das Nahrungsmittelgewerbe einen schwächeren Geschäftsgang meldete.

Mit einem leichten Plus rechnet Deckers im Ausbildungsbereich. Bis zum 30. September haben bereits 2154 Jugendliche einen Lehrvertrag unterschrieben – 3,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2014 wurden 2262 Lehrverträge eingetragen.

Unabhängig davon sucht das Handwerk in der Region weiterhin nach Fachkräften. In der Stellenbörse der Kammer sind aktuell 803 freie Stellen für Fachkräfte in allen Sparten ausgeschrieben.

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