Arbeitsstunden steigen 2008 in Deutschland auf Rekordniveau

Von: ddp.djn
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Nürnberg. In Deutschland ist 2008 soviel gearbeitet worden wie nie zuvor. Insgesamt seien im vergangenen Jahr rund 57,75 Milliarden Arbeitsstunden geleistet worden, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mit.

Gegenüber 2007 erhöhte sich die Gesamtarbeitszeit damit um 1,3 Prozent. Die tarifliche Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag laut IAB unverändert bei durchschnittlich 38,3 Stunden. Allerdings seien wegen der zunehmenden Verschärfung der Wirtschaftskrise die Zuwächse der Arbeitsstunden aber immer kleiner geworden, teilte das IAB weiter mit.

Im vierten Quartal habe es dann sogar einen leichten Rückgang gegeben. Die Beschäftigungslage sei dabei noch stabil gewesen. Zwischen Oktober und Dezember sind von den Arbeitnehmern pro Kopf 1,1 Prozent weniger Stunden geleistet worden als im Vergleichszeitraum. Vor allem bezahlte Überstunden und Guthaben auf Arbeitszeitkonten seien abgebaut sowie Kurzarbeit eingeführt worden.

2008 hatte nach Angaben der Arbeitsmarktforscher kalenderbedingt 2,6 Arbeitstage mehr als 2007. Allerdings sei pro Tag dabei im Schnitt weniger gearbeitet worden, das Minus belief sich auf 1,1 Prozent. Mit der abflauenden Konjunktur ist zugleich laut IAB auch die Zahl der bezahlten Überstunden von 1,43 auf 1,32 Milliarden gesunken.

Die angehäuften Guthaben auf den Arbeitszeitkonten der Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitregelungen seien derweil merklich geringer geworden. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im Jahresschnitt von 68.000 auf rund 94.000. Der seit Jahren rückläufige Trend der Krankenstandsquote habe sich zudem nicht fortgesetzt: Die Quote stieg von 3,2 auf 3,3 Prozent.

Die Teilzeitbeschäftigung nahm nach IAB-Angaben 2008 um 1,7 Prozent gegenüber 2007 zu, ist aber weniger stark angestiegen als in den Vorjahren. Inzwischen arbeiteten ein Drittel aller Beschäftigten in Teilzeit, davon die Hälfte in Mini-Jobs und in Ein-Euro-Jobs, so die Forscher. Die Teilzeitquote sei 2008 schwächer gestiegen als in den Vorjahren, weil die Vollzeit-Beschäftigung mit plus 1,5 Prozent ebenfalls kräftig zugenommen habe.
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