Arbeitgeber: Durststrecke für NRW-Wirtschaft

Von: dpa
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Arbeiter am Fließband: Der Wirtschaft in NRW steht noch eine lange Durststrecke bevor. Foto: ddp

Düsseldorf. Der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen steht nach Einschätzung der Arbeitgeber noch eine lange Durststrecke bevor. „Wir wissen, dass die Talsohle länger dauert”, sagte der nordrhein- westfälische Arbeitgeberpräsident, Horst-Werner Maier-Hunke, am Dienstagabend in Düsseldorf.

Es gebe aber Anhaltspunkte, dass im zweiten Halbjahr 2010 die Talfahrt ein Ende haben könnte und es langsam wieder nach oben gehe. Die Verlängerung der Kurzarbeit auf 24 Monate bezeichnete Hunke dabei als ein gutes Instrument, um Beschäftigung zu halten.

Allerdings bekämen die betroffenen Unternehmen dann Probleme, wenn die Krise länger dauere. Da viele Instrumente wie Kürzungen bei der Leiharbeit und ein sozialverträglicher Stellenabbau bereits weitgehend ausgeschöpft seien, könnte es dann auch zu Einschnitten bei den Stammbelegschaften kommen.

„Aber nicht jeder Kurzarbeiter wird arbeitslos”, betonte Maier-Hunke. In NRW hatten nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im Zeitraum Oktober 2008 bis Mitte Mai 2009 gut 21.100 Betriebe mit 587.000 Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet.

Ein düsteres Bild zeichnete der Arbeitgeberpräsident für den Maschinenbau, aber auch für die Automobilindustrie mit ihren vielen Zulieferbetrieben: Als Exportland mit hohen Fertigungstiefen „gehen wir in NRW schweren Zeiten entgegen”. Wenn die Betriebe heute ihren Auftragsbestand weitgehend abgearbeitet hätten und neue Bestellungen bis 50 Prozent einbrächen, dann sei es schwierig, überhaupt noch profitabel zu arbeiten.

Hinzu komme die Liquiditätsnot der Unternehmen. Viele Banken und Sparkassen vergäben zwar weiterhin Kredite, aber nur zu höheren Konditionen, und sie verlangten mehr Sicherheiten. Maier-Hunke forderte die Unternehmen auf, jetzt mit den Banken über die Verlängerung von Darlehen zu verhandeln und die Konditionen festzuzurren, bevor die Bilanzen 2009 vorlägen.

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