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„Aquis Plaza“: Tiefe Blicke ins Innere des Einkaufstempels

Von: Robert Esser
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Ein großer Blickfang: Auf der „Expo Real“ in München sorgt das neue Modell des Einkaufszentrums „Aquis Plaza“ für viel Aufsehen. Ein Teil des Modells – hier mittig (1) – kann nach oben fahren. Tatsächlich wird das Gebäude nicht höher als bis dato bekannt (2). Foto: Robert Esser, Gerhard Blank
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Demonstrieren Gemeinsamkeiten auf der „Expo Real“: Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, NRW-Innenminister Ralf Jäger, Aachens IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Jülichs Bürgermeister Heinrich Stommel, Gerrit van Vegchel, Vorsitzender der Parkstad Limburg, und IHK-Präsident Bert Wirtz.
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Hörte den exzellenten Ruf der Hochschule: Cristina Garcia baut mit ihrem Architekturbüro KPF aus New York auf dem Campus der RWTH ein Cluster.

München/Aachen. Stellen Sie sich vor, ein ausgewachsenes Kreuzfahrtschiff ankert am Aachener Kaiserplatz. Und nun stellen Sie sich vor, dieser Luxusliner – hunderte Meter lang, 19 bis 23,5 Meter hoch und mit unzähligen bunt beleuchteten Fensterchen entlang der Reling – fährt plötzlich mitten in der Stadt weitere vier Etagen oben aus dem Dach.

Bis der Gigant fast so hoch wie die benachbarte Adalbertskirche ist. Auf Europas größter Gewerbeimmobilien-Messe, der „Expo Real“ in München, haben die Investoren ECE und Strabag am Dienstag ihr neues Modell des Einkaufszentrums „Aquis Plaza“ (vormals „Kaiserplatz-Galerie“) präsentiert. Erstmals lässt sich nun anhand eines – natürlich verkleinerten – dreidimensionalen Bausatzes erkennen, wie sich das riesige Shopping-Paradies in die Umgebungsbebauung einfügt.

Der herausfahrbare Innenraum des „Aquis Plaza“ surrt dabei freilich nur im Modellbetrieb blinkend auf und ab, um Messebesuchern einen Blick in die knapp 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für über 130 Geschäfte zu bieten. Und um Mieter zu locken. Tatsache ist jedoch: Der Shoppingtempel wird erst später, als von den Investoren bislang versprochen, Kunden an Bord lassen. Die Einweihung des 290 Millionen Euro teuren Komplexes an der Adalbertstraße ist nicht mehr zum Weihnachtsgeschäft 2015 vorgesehen. Als offizieller Fertigstellungstermin wird ab sofort das Frühjahr 2016 genannt.

Es gibt viele Neuigkeiten, die im Süden Deutschlands am Gemeinschaftsstand des Westzipfels unter dem Titel „aachen1a“ gehandelt werden. Der leuchtend grüne Stand – inmitten von über 1300 Ausstellern auf 60.000 Quadratmetern Messefläche – zieht massenhaft Interessenten an. Zeitweise zählen die Organisatoren der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) mehr Publikumsverkehr als die großen Nachbarmetropolen Köln und Düsseldorf. Oder sogar Moskau gleich nebenan auf zehnfachem Ausstellungsterrain.

„Am Aachener Stand wissen Investoren, Architekten und Wirtschaftsförderer, dass sie die richtigen Leute treffen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. NRW-Innenminister Ralf Jäger lobt: „Die Zusammenarbeit der einzelnen Kommunen in dieser Region ist für Nordrhein-Westfalen einmalig.“

Eigens eingeflogen

Er fügt hinzu: „Das Campus-Projekt wird Aachen noch weiter nach vorne bringen.“ Hermann Brandstetter, Geschäftsführer der RWTH Aachen Campus GmbH: „Uns ist es gelungen, Investoren zu begeistern und international renommierte Architekten zu gewinnen.“ Eigens eingeflogen ist Cristina Garcia, Chefin des New Yorker Architekturbüros KPF. Die renommierte Chefplanerin – sonst für Multi-Millionen-Hochhäuser von Schanghai bis Abu Dhabi verantwortlich – gestaltet auf dem Campus-Areal den Cluster-Komplex „Optische Technologien“. Der exzellente Ruf der Universität habe sie und ihr Team überzeugt, sagt sie in München. „Wir wollen das Gebäude flexibel gestalten und die Idee der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Lehre abbilden – Lichtwellen werden im Innenraum und auch außen auf die Arbeit hinweisen“, erklärt Garcia. Bereits 2015 sollen über 7000 der letztlich rund 40.000 Quadratmeter des Clusters bezogen werden. 473.000 Quadratmeter stehen auf dem RWTH-Campus Melaten für die Kooperationen von Forschung und Privatwirtschaft zur Verfügung – das entspricht der Fläche von 70 Fußballfeldern.

Nicht ganz so groß, aber ebenfalls noch deutlich ausbaufähig, präsentiert Aachen das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis. „Wir spüren, dass nun deutlich mehr Unternehmen an einer Ansiedlung interessiert sind“, erklärt Oberbürgermeister Marcel Philipp. Die Stadt rechnet nun nicht nur mit Technologie-Firmen, sondern auch mit Bewerbern aus dem Logistik- und Pharmasektor. 100 Hektar stehen vor Heerlen bereit. „Es hat viel zu lange gedauert, aber jetzt kommt spürbar Bewegung in die Sache“, freut sich der OB. Und dann erklärt er immer wieder geduldig, dass das „Aquis-Plaza“-Modell auf der „Expo“ mit doppelter Höhe natürlich nicht den realen Planungen entspricht, sondern lediglich ein pfiffiger Einfall der Modellbauer ist. „Das wird das komplette Viertel enorm aufwerten.“

Am Mittwoch geht die Gewerbe-Immobilien-Messe zu Ende. Zig Projekte in Aachen und der Region zwischen Jülich, Heinsberg und Euskirchen wurden auf Kurs gebracht. Untergehen gilt nicht, nur mit Verspätungen ist manchmal zu rechnen. So stürmisch die See zuweilen auch scheint – in der Immobilienbranche, versteht sich.

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