An den Rohstoffpreisen hat Lambertz schwer zu knabbern

Von: Berthold Strauch
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Lambertz  - Hermann Bühlbecker
Der Inhaber der Firmengruppe Lambertz, Hermann Bühlbecker. Foto: dpa

Düsseldorf. Bei nasskaltem Herbstwetter präsentierte der Aachener Süßwarenhersteller Lambertz am Donnerstag in Düsseldorf seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2011/2012 (30. Juni).

Die eher trostlose Witterung sorgte bei den Managern um Alleininhaber Hermann Bühlbecker indes für strahlende Mienen. Denn wenns draußen eher feucht und kühl ist, haben die Konsumenten wesentlich mehr Lust, nach den von dem marktführenden Familienunternehmen produzierten Produkten zu greifen - und somit diesmal ganz im Gegensatz zum Jahr davor. Damals sei es, so Bühlbecker, noch deutlich milder gewesen. Entsprechend sei denn auch jener Saisonstart eher „verhagelt” worden.

So reichte es im bilanzierten Firmenjahr „nur” zu einem Umsatzplus von 1,3 Prozent auf einen Gesamtwert von rund 560 Millionen Euro. Zuvor lag der Zuwachs bei immerhin noch 4,5 Prozent. Die knappe Steigerung in einem insgesamt rückläufigen Gebäckmarkt sei hauptsächlich durch höhere Abgabepreise und stärkere Nachfrage insbesondere außerhalb Europas, besonders in den USA, erreicht worden, bekräftigte der Konzernchef. „Unter Berücksichtigung der Gegebenheiten sind wir mit der Umsatzentwicklung zufrieden”, fügte Bühlbecker an. Etwas deutlicher als bei der Saisonware (plus 1,2 Prozent) ist der Absatz bei den Ganzjahresangeboten um 1,4 Prozent gewachsen.

Schwer zu schaffen macht der traditionsreichen Lambertz-Gruppe, die 2013 ihr 325-jähriges Bestehen mit vielen Aktionen feiern will, die Entwicklung der Rohstoffpreise. Eine „herausragende Rolle”, so Bühlbecker, habe dabei der Zuckerpreis gespielt, der sich verdoppelt habe. „Unkalkulierbare Preise” habe es zudem beim Kakao gegeben, wobei der Unternehmenschefs besonders die „manipulative Wirkung” von Spekulanten kritisierte. Ebenso kräftig nach oben entwickelten sich die Preise bei Kokos, Mandeln, Nüssen, Gewürzen und Honig. Trotz dieser drastischen Entwicklung und des „enormen Drucks”, der auf den Herstellern laste, betonte Bühlbecker, müssten die Verbraucher dennoch nicht mit einem steigenden Preisniveau rechnen.

Die Lambertz-Gruppe beschäftigt derzeit 3450 Mitarbeiter an sieben Produktionsstandorten, die außer Polen alle in Deutschland liegen. In der Aachener Zentrale finden rund 800 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz, in Würselen, wo die Tochtergesellschaft Kinkartz speziell mit der Herstellung von „Dominosteinen” erfolgreich ist, weitere 600 Beschäftigte.

Im vergangenen Geschäftsjahr investierte das Unternehmen etwa 13,5 Millionen Euro, rund 40 Prozent davon in Aachen. Dort wurde eine der Linien zur Herstellung von Printen von der Ausformung der Teige bis zum Backen komplett erneuert und mit leistungsfähigeren Öfen versehen. Außerdem wurde in die Erhöhung der Flexibilität von Herstellung und Verpackung investiert, womit die sieben Ofenstraßen vielseitiger nutzbar seien. Zudem sei eine Kapazitätssteigerung erreicht worden. Das neue Investitionsprogramm soll nach der Saison erstellt werden.
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