Aachen - Als neuer CHIO-Sponsor führt der Weg nach Aachen

Als neuer CHIO-Sponsor führt der Weg nach Aachen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
8127973.jpg
Reitet mit seiner Fluglinie auf der Erfolgswelle: Temil Kotil (rechts, mit Springreiter Thomas Weinberg), CEO von Turkish Airlines, kann eine Erfolgsgeschichte erzählen. Die führt ihn nun als Generalsponsor zum CHIO Aachen, wo ab heute die Wettbewerbe beginnen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Beinahe wäre Temel Kotil schon vor Jahren in Aachen gelandet. Der Vater arbeitete in Deutschland, Kotil plante, an der RWTH zu studieren. Er ging nach Istanbul und fand nun auf Umwegen den Weg nach Aachen – genauer in die Soers.

Denn Kotil ist mittlerweile CEO von Turkish Airlines – der rasant wachsenden Fluglinie, die mehr Ziele ansteuert als jede andere Airline auf der Welt. Nach Aachen musste Kotil am Ende dann doch das Auto nehmen – doch es gibt einen guten Grund für den Besuch.

Turkish Airlines ist neuer Generalsponsor (neben Rolex, Mercedes und DHL) des CHIO Aachen, steuert seinen Teil zum Gesamtpreisgeld von 2,68 Millionen Euro bei. Es ist die erste Reitsportveranstaltung, die die Fluglinie – zu 49 Prozent in Staatsbesitz – sponsert. Während anderswo Etats gestrichen wird, kann Turkish Airlines investieren.

Viele Airlines erleben schwere Zeiten, Turkish Airlines erfährt dagegen rasantes Wachstum. Wie ist das möglich?

Kotil: Lassen Sie mich diesen Vergleich ziehen: Wenn Sie einen Baum pflanzen, dann müssen sie ihn zehn Jahre pflegen und immer wieder gießen, bis er eine stattliche Größe hat und viele grüne Blätter bildet. So ist es auch mit Turkish Airlines. Die letzten elf, zwölf Jahre haben wir unser Geschäft gepflegt, haben unsere Flugzeuge, Passagiere und Mitarbeiter gepflegt, um erfolgreich zu sein. Das ist ein natürlicher Erfolg, der sich dann einstellt. Unsere Passagierzahlen sind in dieser Zeit um das Sechsfache gestiegen, und wir machen Profit. Die Menschen schätzen uns als Airline. Ich habe Mathematik unterrichtet und liebe die Mathematik. Aber Zahlen sind in diesem Geschäft das Eine, der Erfolg beginnt aber im Herzen der Menschen.

Was sind angesichts dieser Entwicklung die nächsten Ziele?

Kotil: Wir werden nicht zum Mond fliegen… (lacht)

Gewiss nicht…

Kotil: … aber glauben Sie mir, ich bin Wissenschaftler, und Wissenschaftler wollen zu den Sternen greifen. Aber unsere Entwicklung findet hier auf der Erde statt. Unsere Vision ist es, weltweit weiter zu wachsen. Wir werden in diesem Jahr wohl rund 60 Millionen Passagiere befördern und wollen in Zukunft 120 Millionen Menschen bewegen. Wir fokussieren uns dafür auf die Qualität. Denn es ist leicht, schnell groß zu werden. Aber das reicht nicht. Es ist wichtig, dass es nicht nur um Quantität, sondern nachhaltig um Qualität geht.

Welche Rolle spielt Deutschland in Ihren Plänen?

Kotil: Deutschland ist sehr wichtig – für mich persönlich, weil mein Vater in den 1960ern hier gearbeitet hat, aber vor allem für die Airline, weil es hier viele Menschen mit türkischem Hintergrund gibt. Auf der anderen Seite gibt es Millionen Geschäftsleute, die sich zwischen der Türkei und Deutschland bewegen. Und der Tourismus! Die Türkei ist ein beliebtes Reiseziel für die Deutschen. Außerdem wird Asien immer stärker. Um sich in diesem wirtschaftlichen Wettstreit zu behaupten braucht die Türkei Deutschland und Deutschland die Türkei. Ja, Deutschland ist unser wichtigster Markt.

Treten Sie deswegen als Sponsor – hier auf dem CHIO Aachen, aber auch bei Borussia Dortmund und Werder Bremen – in Erscheinung?

Kotil: Ich genieße es, in Aachen in diesem Stadion zu sein. Es ist beeindruckend, Pferde im Sprung zu beobachten. Aber es reicht nicht, dass sie hoch springen. Sie müssen zum richtigen Zeitpunkt springen. So ist das auch mit Turkish Airlines. Wir müssen zum richtigen Zeitpunkt zum Sprung ansetzen. Das Sponsoring soll nach außen hin zeigen, dass wir da sind, dass wir Sport und den Wettbewerb lieben und für Leistung stehen.

Mehr Leistung wird Turkish Airlines auch der neue internationale Großflughafen in Istanbul bieten. Welche Möglichkeiten gewinnen Sie dadurch?

Kotil: Der bestehende Flughafen zählte im letzten Jahr 55 Millionen Passagiere, dabei ist die Kapazität auf 30 Millionen angelegt. Der neue Flughafen schafft uns neue Möglichkeiten. Er wird gut sein für Turkish Airlines, aber er wird auch gut sein für alle anderen Airlines. 60 Prozent der Zufriedenheit des Passagiers bei einem Flug werden in der Luft bestimmt, 40 Prozent am Boden – also im Flughafen. Und da ist der bestehende Flughafen nicht gut genug. Wir sind glücklich, dass es den neuen Airport geben wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert