Aktionärsschützer wollen Einstellung der Sonderprüfung bei IKB verhindern

Von: dpa
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Die Privatbank IKB steht weiter in der Kritik. Foto: ddp

Düsseldorf. Aktionärsschützer befürchten, dass die Gründe für die Beinahe-Pleite der Mittelstandsbank IKB unter den Teppich gekehrt werden sollen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will deshalb die Pläne des neuen IKB- Großaktionärs Lone Star durchkreuzen, die laufende Sonderprüfung bei der Bank einzustellen.

Die Aufräumarbeiten dürften nicht beendet werden, bevor die Verantwortung von Vorstand und Aufsichtsrat geklärt sei, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Mittwoch in Düsseldorf.

Die IKB war als erste Bank in Deutschland Mitte 2007 in den Strudel der US-Hypothekenkrise geraten. Nur durch ein Rettungspaket von rund zehn Milliarden Euro konnte sie vor der Pleite gerettet werden.

Im August 2008 übernahm der US-Investor Lone Star knapp 91 Prozent der IKB-Aktien von der staatlichen KfW-Bank. Auf seinen Antrag soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. März den vor rund einem Jahr eingesetzten Sonderprüfer abberufen. Es liege nicht im Interesse der Bank, „dass gesellschaftsinterne Sachverhalte im Rahmen einer Sonderprüfung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden”, begründete Lone Star den Antrag.

Hocker sieht dies anders. Die Fragen „Wer hat hier welche Pflichten verletzt? Wer hat was gewusst? Wer muss am Ende in welchem Umfang haften?” müssten beantwortet werden. Die Ergebnisse der bisherigen Arbeit des Sonderprüfers dürften nicht „ergebnislos in den Papierkorb wandern”. In den neuen Vorstand und Aufsichtsrat der IKB hat die Schutzvereinigung wenig Vertrauen. Beide Gremien seien nach dem Debakel mit US-Ramschhypotheken nicht komplett ausgetauscht worden. Bei der Aufklärung dürften sie sich wohl „nicht richtig ins Zeug legen”, sagte DSW-Geschäftsführer Carsten Heise.

Weil die DSW laut Hocker ihren Antrag auf Fortsetzung der Sonderprüfung wegen angeblicher Fristüberschreitung nicht auf die Tagesordnung der Hauptversammlung bekam, will sie nun eine weitere außerordentliche Aktionärsversammlung durchsetzen. Dafür habe die Schutzvereinigung den Auftrag einer ausreichenden Zahl von Aktionären. Eine weitere Hauptversammlung sei notwendig, um nach der Ablehnung des DSW-Antrags die Einsetzung des Sonderprüfers durch ein Gericht erreichen zu können.

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, kritisierte das geplante Ende der Sonderprüfung als „unverantwortlich”. Für eine vernünftige Aufarbeitung der Finanzkrise in Deutschland müssten gerade auch die Fehler bei der IKB aufgearbeitet werden, erklärte er in Berlin. Daran hätten die Steuerzahler ein berechtigtes Interesse.

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