Aker-Wirth: Allerhöchste Qualität für den Weltmarkt

Von: Berthold Strauch
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Aufmerksames Publikum: Das Forum von IHK und AZ lockte zahlreiche Gäste an. Von 20 Zentimeter bis acht Meter Durchmesser: Aker-Wirth-Bohrer schaffen´s. Foto: Andreas Herrmann

Aachen/Erkelenz. Er spricht ruhig, überlegt, faktenreich - und kommt ohne Umschweife schnell auf den Punkt: Christoph Kleuters, Geschäftsführer der Aker Wirth GmbH.

Dieser jüngst preisgekrönte „Top-Innovator am Standort Erkelenz”, eine Tochtergesellschaft des norwegischen Konzerns Aker Solutions, stand im Mittelpunkt der 27. Auflage des gemeinsam mit der Aachener Zeitung präsentierten Forums der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Aachen.

Souverän meisterte Kleuters die Präsentation seines Vorzeige-Unternehmens für die gesamte Technologieregion Aachen, das hochspezialisierte Komplettlösungen für die Erdöl- und Erdgasindustrie sowie Tunnelbohrmaschinen fertigt.

Dabei hätte es Aker Wirth eigentlich nicht unbedingt nötig, vor der eigenen Haustür die Werbetrommel zu rühren. Denn bis zu 98 Prozent der Produktion werden in alle Welt exportiert. Dabei setzen die Erkelenzer immer wieder überzeugend neue technologische Akzente, die Maßstäbe werden rund um den gesamten Globus.

„Wir liefern High-End-Produkte”, sagt Kleuters im Gespräch mit unserem stellvertretenden Chefredakteur Bernd Büttgens. Wer diesen Begriff etwa aus der HiFi-Technik kennt, der weiß, dass sich dahinter allerhöchste Qualität verbirgt. Aber das weiß eben - siehe oben - nicht jeder rund um den Erkelenzer Kirchturm und damit auch in der alten Kaiserstadt.

Mit einem süffisanten Lächeln quittiert Kleuters denn auch die Anmerkungen aus dem Publikum zur Super-Tiefbohrung am „SuperC” der RWTH Aachen. Eigentlich wäre dieses Geothermie-Projekt der Elite-Universität wie geschaffen gewesen für die Aker-Wirth-Präzisionsanlagen. Doch die Initiatoren entschieden sich für andere Technologiepartner.

Kleuters macht die Güte seiner Maschinen an einem überzeugenden Beispiel deutlich: Da wählte der weltgrößte Kupferproduzent „Rio Tinto” den Erkelenzer Branchenführer Aker Wirth aus, um neue Technologien für diese Bergbau-Gruppe mit Sitz in London und im australischen Melbourne zu entwickeln. „Und 40 Kilometer weiter funktioniert es nicht - so ist die Welt”, zuckt der Geschäftsführer mit den Schultern.

Viel lieber spricht der Manager von der hohen Wertschätzung, die seine Mitarbeiter bei ihm finden - auch wenn er im direkten Kontakt durchaus auch schon mal laut werden kann: „Sie sind der Mittelpunkt des Unternehmens.” Zum neuen Firmengeist, der mit seinem „Management Buy Out” - der Übernahme des damals schwer angeschlagenen Unternehmens vor gut zehn Jahren - Einzug gehalten habe, zähle auch, dass „seitdem Ingenieure mit Arbeitern sprechen”. Den Standesdünkel hat Kleuters - der ehemalige Steuerberater von Aker Wirth - mit Pragmatismus ausgetrieben. Wobei er auf Nachfrage von Büttgens bekennt, als „Mann der Zahlen” nicht unbedingt jedes Detail der anspruchsvollen Technik zu durchschauen. „Ich setze mich ins Auto und fahre”, sagt er locker.

Kleuters verlässt sich auf seine Spezialisten - die gern auch schon mal von weltweiten Mitbewerbern und Kunden für teures Geld abgeworben werden. Einen Kollegen konnte er indes doch noch halten - weil er dem lockenden Unternehmen damit „drohte”, ganz ans Ende der Auftragsbücher zu rutschen. Das wirkte sofort! Apropos Zahlen: Sein Lieblingsprojekt ließ sich Kleuters kurz und schmerzlos von Büttgens entlocken: „der Kostendeckungsbeitrag”.

„Keine Bedrohnung für den Standort und die Arbeitsplätze”

Leicht irritierende Meldungen über Aker Wirth wurden kurz vor dem AZ-IHK-Forum öffentlich: Das Unternehmen rechne 2010 mit 30 Prozent Auftragsrückgang wegen der Wirtschaftskrise. Es plane aber dennoch neue Investitionen in Höhe von elf Millionen Euro.

„Ja, aber”, reagierte Christoph Kleuters auf Bernd Büttgens´ Frage. Die „positiven Signale”, die im Markt zu beobachten seien, hätten sich bislang nicht ausreichend im Auftragseingang niedergeschlagen. Und das prognostizierte Minus beziehe sich auf das Rekordjahr 2008.

Falls der Umsatzrückgang Realität werde: Welche Folgen habe dies für Aker Wirth? „Geringere Gewinne.” Und: „Keine Bedrohung für den Standort und die Arbeitsplätze.”

Die High-Tech-Perle beschäftigt in Erkelenz 538 Mitarbeiter, weltweit 700, darunter in Singapur und Houston/USA. Auftragsspitzen werden durch Leiharbeitnehmer abgedeckt, in den Spitzen etwa 90, inzwischen auf 35 Kollegen runtergefahren. Zudem wurden am Standort 80 bis 90 Jobs ausgelagert, jetzt sind´s noch 50.

Aker Wirth zieht´s nach Aachen: Auf dem RWTH-Campus ist eine Forschungs- und Entwicklungszelle „mit Zugriff auf alle Informationen” der TH geplant - „ein gigantisches Potenzial”, so Kleuters. Auch damit werde der Standort Erkelenz „nachhaltig stabilisiert”.
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