Herzogenrath - Aixtron will US-Bedenken ausräumen

Aixtron will US-Bedenken ausräumen

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
Aixtron
Die geplante Übernahme der Herzogenrather durch die Chinesen ist nun ein Fall für Präsident Obama. Foto: Oliver Berg/dpa

Herzogenrath. Am 20. Januar 2017 wird Barack Obama sein Amt an Donald Trump abtreten. Bis dahin hat der scheidende US-Präsident noch ein paar Pflichtaufgaben zu erfüllen, so ist das halt als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika. Eine dieser Pflichtaufgaben: Aixtron.

Der Herzogenrather Chipanlagenbauer ist tatsächlich ein Fall für das Weiße Haus geworden.

Die Auseinandersetzung um die seit Langem geplante Übernahme der Herzogenrather durch das chinesische Unternehmen Fujian Grand Chip Investment besitzt seit diesem Wochenende eine neue Schärfe. Aixtron hatte per Pflichtmitteilung bekanntgegeben, dass das amerikanische Komitee für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) weiter Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit habe. CFIUS habe Obama empfohlen, sich gegen die Übernahme auszusprechen.

Hintergrund sind Befürchtungen, China könne Halbleiter und Chips, die auf Aixtron-Anlagen hergestellt werden, militärisch einsetzen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte deswegen seine Unbedenklichkeitserklärung zurückgezogen. Aixtron wiederum hatte betont, dass 30 Jahre lang Exportgenehmigungen für diese Anlagen erteilt worden seien. Außerdem sei man nicht in Produktionsprozesse der Kunden eingebunden.

Der Fall landet jedenfalls nun in Washington D.C., im Oval Office, auf dem Schreibtisch des US-Präsidenten. Da drängt sich die Frage auf, warum die USA Einfluss nehmen auf eine Transaktion zwischen einem deutschen und chinesischen Unternehmen? Die Antwort liegt beim Komitee CFIUS, das bereits Anfang des Jahres den von Philips geplanten Verkauf seiner Lampensparte Lumileds an eine chinesische Investorengruppe untersagt hatte. CFIUS überprüft Auslandsinvestitionen in den USA unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein von einer Übernahme betroffenes Unternehmen amerikanisch ist. Es reicht aus, dass es einen Standort in den USA hat. Philips hat einen Standort in San Jose, Aixtron einen in Sunnyvale.

Wichtiges Amerika-Geschäft

Obama muss bis zum 2. Dezember um 24 Uhr (Ortszeit New York) eine Entscheidung treffen. Allerdings gilt es als ausgeschlossen, dass er persönlich die Übernahme verbietet. Diese Befugnis hat selbst der mächtigste Mann der Welt nicht. Aber er kann Aixtron Steine beim Amerika-Geschäft in den Weg legen. Laut Angaben des Unternehmens macht dieses bis zu 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

CFIUS hatte Aixtron und Grand Chip Investment empfohlen, die geplante Übernahme aufzugeben. Beide Unternehmen hatten das allerdings abgelehnt. Stattdessen wollen sie mit der US-Behörde nach Lösungen suchen. „Wir standen und stehen in engem und intensivem Kontakt mit allen relevanten Stellen“, sagte am Montag Aixtron-Sprecher Guido Pickert auf Anfrage unserer Zeitung. Doch ob es überhaupt noch zu einem Austausch kommen wird, ist ungewiss.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert