Aixtron steht unter Druck: Rote Zahlen und ein Funke Hoffnung

Von: hjd
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Sieht sein Unternehmen auf dem richtigen Weg: Aixtron-Vorstandschef Martin Goetzeler. Foto: o.H.

Herzogenrath. Der Herzogenrather Spezialanlagenbauer Aixtron kommt trotz umfangreichen Sparprogramms nur mühsam wieder auf die Beine. Das Unternehmen steckt tief im Minus – schwarze Zahlen sind nicht in Sicht. Das abgelaufene Jahr schloss Aixtron operativ (Ebit) mit einem Minus von 95,7 Millionen Euro ab, netto lag der Fehlbetrag bei 101 Millionen.

Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Verbesserung von 28 bzw. 30 Prozent, was allerdings in erster Linie auf die Kostensenkungen – auch durch Personalabbau – zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse gingen um 20 Prozent auf 182,9 Millionen zurück. Der Auftragseingang blieb mit 133,2 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau, der Auftragsbestand brach jedoch um 25 Prozent auf 59,6 Millionen ein. Das bekommen auch die Aktionäre des im TecDax notierten Produzenten von Hightech-Anlagen für die Herstellung von Leuchtdioden (LED) zu spüren: Erneut sollen sie auf eine Dividende verzichten. 2011 hatten sie noch 25 Cent je Aktie erhalten.

Das Herzogenrather Unternehmen wurde für die bescheidenen Zahlen prompt an der Börse abgestraft. Die Aktie verlor im Laufe des Handelstages um bis zu zehn Prozent an Wert und schloss schließlich mit einem Minus von 6,83 Prozent bei 11,59 Euro. Analysten hatten nämlich steigende Erlöse und einen operativen Gewinn erwartet. Auch die Aussichten konnten die Anleger nicht überzeugen. Denn der seit knapp einem Jahr amtierende Vorstandschef Martin Goetzeler kündigte an, die Gewinnschwelle könne bei Erlösen von rund 250 Millionen Euro erreicht werden. Davon ist Aixtron wohl weit entfernt. Für das laufende Jahr konnte Goetzeler „aufgrund der immer noch geringen Auftragsvisibilität“ keine genaue Umsatz- und Ergebnisprognose abgeben.

Tatsächlich leiden die Herzogenrather wie ihre Mitbewerber unter einem Nachfrageeinbruch. Seit 2012 schreibt das Unternehmen tiefrote Zahlen. Zuvor hatte es in etlichen Boomjahren Umsatzerlöse von bis zu 780 Millionen Euro in der Spitze gegeben. Trotzdem gab sich Vorstandschef Goetzeler optimistisch: „Die strukturelle Verbesserung unseres Ergebnisses insbesondere im zweiten Halbjahr 2013 bestärkt uns darin, dass der eingeschlagene Weg zur Konsolidierung und Neuausrichtung richtig ist“, teilte er am Dienstag mit. So sei es unter anderem gelungen, die um Sondereffekte bereinigten Betriebsaufwendungen um mehr als 20 Prozent auf unter 100 Millionen Euro zu senken, einen nahezu ausgeglichenen Free Cash Flow zu erzielen und weiter gezielt in Forschung und Entwicklung zu investieren.

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