Aixtron: Mit „atmender Produktion” gegen die Unsicherheit

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Sie ist ein Aushängeschild der Technologieregion Aachen: die Aixtron SE mit Sitz im Technologiepark Herzogenrath. Der Weltmarktführer zur Herstellung hochkomplexer Maschinen, die insbesondere zur Fertigung von Leuchtdioden (LED) zur Hintergrundbeleuchtung etwa von Fernsehbildschirmen und zunehmend auch für stromsparende Beleuchtungselemente eingesetzt werden, zog im Aachener Eurogress bei der Hauptversammlung Bilanz.

Das Unternehmen ist an der Börse im Tec-Dax-Index notiert. Im Moment, das musste Vorstandschef Paul Hyland einräumen, läuft es für den weltweit aufgestellten Spezialisten nicht rund. Unsicherheit prägt die Geschäfte. Doch er sei zuversichtlich, unterstrich er vor den Aktionären, „dass wir nach einer schwierigen ersten Jahreshälfte Hoffnung auf ein besseres zweites Halbjahr schöpfen dürfen”. Zuletzt musste Aixtron seine Prognosen deutlich reduzieren und auch Abschreibungen vornehmen, was die Börse mit satten Kursstürzen bewertete.

Das Unternehmen ist insbesondere auf dem asiatischen Markt dominant. Dort werden 90 Prozent der Geschäfte abgewickelt. Und davon schlägt China mit der Hälfte des Volumens zu Buche. Dort hatten Absagen für zum Teil bereits produzierte Anlagen für Turbulenzen gesorgt. Aixtron prüfe, so Vorstandsmitglied Wolfgang Breme, ob deswegen Regressforderungen durchsetzbar seien. Angesichts des schwankenden Geschäftsverlauf setzt Aixtron auf eine „atmende Produktion” - was bedeutet, dass vielfach auf Zeitarbeitsfirmen sowie externe Montage- und Logistikpartner zurückgegriffen wird. So mussten aufgrund des Auftragsrückgangs 2011 rund 250 befristete Kräfte gehen, laut Hyland „schmerzhaft, aber unabdingbar”.

Ein Schwergewicht der Investitionen legt Aixtron auf seine Forschung und Entwicklung, wofür 2011 mit 50 Millionen Euro abermals mehr Geld ausgegeben worden sei. Die Technologieführung lässt sich der Konzern gerne etwas kosten. Hyland: „Das ist die Grundlage für unseren künftigen wirtschaftlichen Erfolg.”

Trotz der tiefen Einschnitte erhalten die Aktionäre eine Dividende. Sie wird zwar mit 0,25 Euro nur noch gut 40 Prozent des Wertes des Vorjahres ausmachen, entspricht aber noch der Zahlung vor dem Boomjahr 2010. Aixtron beschäftigt rund 880 eigene Mitarbeiter, davon allein rund 540 am Stammsitz Herzogenrath.
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