Aixtron: Beleuchtungen sollen die Marktlage aufhellen

Von: Berthold Strauch
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Der Herzogenrather Spezialmaschinenhersteller Aixtron sieht Fortschritte auf dem schweren Weg der Restrukturierung. Foto: Berthold Strauch

Herzogenrath. Martin Goetzeler redete nicht drum herum. Aixtron habe nach einigen „fetten Jahren“ zuletzt „zwei bittere Jahre“ hinnehmen müssen. Der Herzogenrather Hersteller von Hightech-Anlagen für die Halbleiterindustrie und Hersteller von Leuchtdioden zog am Mittwoch im Aachener Eurogress bei der Hauptversammlung Bilanz für 2013.

Und dabei konnte und wollte der seit gut einem Jahr amtierende neue Chef des im Tec-Dax notierten Unternehmens den Aktionären noch kein Datum nennen, wann Aixtron den „Break-even-Punkt“ und damit die Rückkehr zu schwarzen Zahlen wieder erreichen wird. Vorerst drücken den weltweit operierenden Konzern weiter tiefrote Bilanzen. Und mit diesen Verlusten werde man zumindest auch in diesem Jahr noch leben müssen, da sich eine nachhaltige Erholung der Märkte noch nicht abzeichne.

Im Jahre 2013 betrug das Minus 101 Millionen Euro, während es im Jahr davor noch bei minus 145 Millionen Euro gelegen hat. Auch dank einer Kapitalerhöhung stehe Aixtron finanziell weiter relativ gut da, ohne auf Bankkredite zurückgreifen zu müssen, sei also schuldenfrei. Die Umsatzerlöse betrugen letztes Jahr 182,9 Millionen Euro, 2012 waren es 227,8 Millionen Euro, listete Finanzvorstand Wolfgang Breme auf. Vor der Krise konnten 2011 noch rund 800 Millionen Euro verbucht werden.

Trotz der Verluste zeigte sich Goetzeler zuversichtlich, dass Aixtron angesichts eines vor Jahresfrist aufgelegten massiven Restrukturierungsprogramms, das erste Erfolge aufweise, mit einem gewissen Optimismus in die Zukunft blicken könne. Dabei seien die Personalstärke und die Kosten um 20 Prozent zurückgefahren worden. Während der Konzern weltweit rund 800 Mitarbeiter zählt, sind es am Hauptsitz in Herzogenrath mehr als 400.

„Wir sind auf dem Weg, Aixtron wieder zu alter Stärke zurückzuführen“, bekräftigte der Branchenexperte, der vom Leuchtmittelhersteller Osram gekommen war. Doch angesichts der Verluste fällt für die Eigentümer erneut die Dividende aus. Mit Nachdruck versicherte der Chef den Anspruch, dass „Innovation unsere DNA“ sei. Die globale Technologieführerschaft solle behauptet und weiter gestärkt werden, fügte Goetzeler an.

Positiv hat sich nach dessen Angaben auch die Konzentration des Unternehmens auf den Forschungs- und Entwicklungsstandort im Kohlscheider Gewerbegebiet Dornkaul erwiesen, wobei der bisherige Hauptsitz neben dem Technologiepark in dem Herzogenrather Stadtteil weitgehend aufgegeben worden sei. Die Strategie der kurzen Wege helfe, zudem hätte der Platz für die neue Maschinengeneration nicht ausgereicht. Aixtron will diese Anlagen demnächst in den Markt einführen.

Erste Exemplare mit kürzeren Durchlaufzeiten seien bereits zur Erprobung an ausgesuchte Schlüsselkunden ausgeliefert worden. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit den Abnehmern der Maschinen stark intensiviert worden, um besser auf deren Wünsche eingehen zu können und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, sagte Goetzeler. „Nur wenn der Kunde erfolgreich ist, sind wir es auch.“

Große Hoffnungen setzt das Unternehmen insbesondere in den allgemeinen Beleuchtungsmarkt. Laut einer McKinsey-Marktforschungsstudie würde 2016 die Hälfte des Absatzes in dem Bereich auf LEDs entfallen, wofür Aixtron die entsprechenden Produktionsanlagen bereitstellt. Deutlich sinkende Produktpreise helfen, die Nachfrage anzukurbeln.

Weitergehende Potenziale sieht Goetzeler zudem in elektronischen Bauteilen im Zuge der Energiewende, etwa Powerchips zur Einspeisung regenerativer Energien und für Hochleistungsspeicher, in der Hybrid-Fahrzeugtechnik und der Miniaturisierung von Chips. „Die Marktlage hellt sich auf“, sagte er mit Blick auf einen gegenüber dem Vorjahr gewachsenen Auftragseingang und entsprechend höheren Umsatzerlösen.

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