AachenMünchener: „Stellenabbau ist für uns kein Thema”

Von: Christina Merkelbach
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Michael Westkamp, Chef der Aac
Michael Westkamp, Chef der AachenMünchener. Foto: oh

Aachen. Die Versicherungsgruppe AachenMünchener (AM) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Bei Wachstum, Ertrag und Ergebnis könne das Unternehmen hervorragende Zahlen präsentieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Westkamp am Dienstag bei der Bilanzvorlage.

„Ohne überheblich zu sein, können wir sagen, dass diese Kombination so in unserer Branche selten anzutreffen ist.” Insgesamt steigerte die AM ihre Beitragseinnahmen um 0,6 Prozent auf 5 523 Millionen Euro (2010: 5 493 Millionen Euro).

Das gelte sowohl für die sogenannten Kompositversicherungen (Komposit), das heißt Schaden- und Unfallversicherungen, als auch für den davon getrennten Bereich der Lebensversicherung. Dort ist die AM deutschlandweit zweitgrößter Anbieter.

Im Bereich Komposit habe das Unternehmen mit 4,3 Prozent ein Beitragswachstum über Marktniveau verbucht. Die Schaden-Kosten-Quote sei mit 93,8 Prozent stabil auf sehr gutem Niveau geblieben und liege fünf Prozentpunkte besser als der marktübliche Wert. „Trotz schwieriger Marktbedingungen haben wir in Komposit erneut Marktanteile dazugewonnen”, sagte Westkamp.

Er betonte den deutlichen Zuwachs von 4,8 Prozent auf 414,1 Millionen Euro Beiträge in der Kraftfahrt-Sparte (2010: 395 Millionen Euro). Angebote wie der Tarif „Young & Drive”, den Kunden für ihre Kinder abschließen können, sobald diese die Fahrerlaubnis haben, erfreuten sich großer Beliebtheit.

Das Geschäft mit Lebensversicherungen habe sich in schwieriger Marktlage stabil entwickelt.: Die Bruttobeiträge lagen bei 4 453 Millionen Euro (2010: 4 467 Millionen Euro). Das gesamte Neugeschäft sei mit 1 131 Millionen Euro konstant auf hohem Niveau geblieben. Dieser Wert entspricht auch dem des Vorjahres.

„Bei den Lebensversicherungen haben wir das Jahr 2011 trotz der trüben Entwicklung an den Finanzmärkten und der Schuldenkrise konstanter als die Branche abgeschlossen”, erklärte Westkamp. Diesen Erfolg verdanke der Versicherer der außerordentlichen Vertriebskraft des langjährigen strategischen Partners Deutsche Vermögensberatung, seit 2008 exklusiver Vertriebspartner der AM.

Mit Sorge sieht Westkamp, dass der größte Teil der Bevölkerung nach wie vor nicht genug für die private Altersvorsorge tut - sei es über Lebensversicherungen oder andere Modelle. „Für mindestens 90 Prozent der Bevölkerung bedeutet private Altersvorsorge wohl in erster Linie Konsumverzicht”, sagte er.

Paradoxerweise würden weitaus weniger Menschen die Initiative ergreifen als zu Zeiten, in denen der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) verkündete, dass die Renten sicher seien.

Insgesamt beschäftigt die AM 2680 Mitarbeiter, davon unmittelbar 672 am Unternehmenssitz in Aachen. Mittelbar, das heißt mit den Angestellten, die für den Mutterkonzern Generali arbeiten, sind es 1000. „Wir sind sehr stabil, Stellenabbau ist für uns überhaupt kein Thema”, sagte Westkamp.

Für die anderen Standorte - Köln, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart und Karlsruhe - sei vielmehr geplant, die Zahl der Mitarbeiter moderat aufzustocken. „Dort ist der Kundenservice angesiedelt, den wir verstärken wollen.”

Bei der AM in Aachen gibt es derzeit 20 Auszubildende, insgesamt sind es 120. An den Standorten Aachen und Köln bietet das Unternehmen an, Ausbildung und Studium zu kombinieren.

Während des dreijährigen Studiums zum Bachelor of Science an der FH Köln wird die kaufmännische Ausbildung für Versicherungen und Finanzen absolviert.

Alle Auszubildenden mit einem Abschluss würden übernommen, sagte Westkamp. Das sei nicht immer die Regel gewesen. „Auch wir merken den demografischen Wandel schon, haben weniger Bewerber und müssen verstärkt um die besten Schulabgänger konkurrieren.”
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