Aachen/Frankfurt - Aachener Streetscooter auf dem Weg zur IAA

Aachener Streetscooter auf dem Weg zur IAA

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
Streetscooter Foto: Andreas He
Streetscooter Foto: Andreas Herrmann

Aachen/Frankfurt. Die Geschichte der Aachener Automobilproduktion kann fortgeschrieben werden! Mehr als acht Jahrzehnte, nachdem mit dem „Fafnir” zuletzt Akzente in dieser Branche gesetzt wurden, erlebt die Szenerie in der Stadt nun eine spektakuläre Neuauflage. Aushängeschild ist ein Elektroauto mit dem Namen „Streetscooter”.

Seine Feuertaufe hat der „Stromer” leise schnurrend und völlig problemlos gerade auf der Autoteststrecke der Gesellschaft für Industrieforschung (GIF) in einem Gewerbegebiet in Alsdorf-Hoengen bestanden.

Professor Achim Kampker, die treibende Kraft hinter diesem ehrgeizigen Projekt, ist stolz und zufrieden: „Der Wagen fährt! Es sieht gut aus”, schwärmt der 34-jährige Wissenschaftler, der Geschäftsführer der Streetscooter GmbH ist und ferner den Lehrstuhl für Produktionsmanagement an der RWTH Aachen leitet.

Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt feiert das E-Mobil auf der IAA, in Halle 4.0, Stand-Nr. A 32. Der Streetscooter kommt mit einem blütenweißen Lack daher. Nur das Dach hebt sich in einem hellen Blau davon ab, genauso wie das schwungvolle Logo des neugegründeten Autoherstellers.

Vorserienmodelle bis Mitte 2012

Damit die große Präsentation im grellen Scheinwerferlicht gelingen konnte, mussten Kampkers Mitarbeiter und Vertreter von Partnerfirmen in der erst vor kurzem bezogenen kleinen Werkstatt in früheren Räumlichkeiten der Reifenfabrik Continental in Aachen praktisch das komplette Wochenende durcharbeiten. Am Montag wurde der schmucke Kleinwagen dann in aller Herrgottsfrühe in einen Transporter verfrachtet und zum Messegelände nach Frankfurt gebracht.

Dort ist der Streetscooter nun eine knappe Woche lang Mittelpunkt eines Gemeinschaftsstandes seiner Aachener Initiatoren und deren vielfältigen Zulieferer und Mitgesellschafter, die gemeinsam dieses Elektroauto zum Erfolg führen möchten. Jüngst sind noch zwei Gesellschafter hinzugekommen. Bei den letzten Zugängen handel: die Batteriespezialisten OMT aus Lübeck und Rehau aus der gleichnamigen Stadt in Süddeutschland. Damit sei die Mannschaft mit nun insgesamt elf Partnern komplett, betont Kampker.

Nach der IAA gehen die Arbeiten zum Aufbau einer neuen Aachener Autoproduktion mit Vollgas weiter. Bis Mitte 2012 sollen die ersten zehn Vorserienfahrzeuge in der feinen Manufaktur fertig sein. Eine erste marktreife Reihe mit 2000 Exemplaren ist für 2013 geplant. Und ein Jahr später könnte die Serienproduktion hochgefahren werden.

Der Stückpreis steht schon jetzt fest: 5000 Euro soll der Streetscooter kosten, allerdings ohne Mehrwertsteuer und Batterien. Die Stromspeicher mit Reichweiten von wahlweise 45, 90 oder 135 Kilometern können geleast werden. Die Spitzengeschwindigkeit soll 105 Kilometer pro Stunde betragen.

Und Kampker kann ein weiteres schönes Erfolgssignal vermelden: Die Deutsche Post hat den Machern des Streetscooters einen Entwicklungsauftrag für den Bau eines elektrisch angetriebenen Zustellfahrzeugs auf der Plattform der Aachener Entwicklung erteilt. Die entsprechenden Verträge seien unterschrieben. Kann der RWTH-Professor mit seinem Team die Erwartungen des Bonner Konzern erfüllen, könnte ein echter Produktionsboom gestartet werden.
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