Aachener Start-up RenderThat setzt auf Pixel statt Pressspan

Von: Thorsten Karbach
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Es braucht keine aufwendigen Showräume mehr: David Wischniewski (li.) und Patrick Pack, Gründer des Aachener Start-ups RenderThat, wollen unter anderem Architekten das Leben leichter machen. Foto: Steindl

Aachen. Diese Architekten bauen keine Häuser. Sie stellen Bilder her. Und genau darauf können andere Architekten setzen. Das Aachener Start-up RenderThat hat damit zuletzt auf Messen wie der internationalen Einrichtungsmesse IMM in Köln für Aufsehen gesorgt.

Ein durchschnittliches Smartphone war vollkommen ausreichend, um über RenderThat und das Google-Cardboard (Eine Pappbox, die man sich wie eine Skibrille vor die Augen schnallen kann) in 3D-Welten einzutauchen – etwa in voll eingerichtete Wohnzimmer oder schicke Küchen.

An dieser Stelle hatten Architekten in der Vergangenheit Zehntausende Euro investiert, um ganze Showrooms, also Modellräume, bauen zu lassen. Render-That bedeutet an dieser Stelle: Pixel statt Pressspan. Der Begriff Rendern bezeichnet die Erstellung einer Grafik aus einer Skizze oder einem Modell.

Dass das Smartphone ausreicht, ist bislang das große Plus des jungen Unternehmens. Denn der Einsatz von speziellen (VR-)Brillen wie der Oculus Rift ist insbesondere für kleine Architekturbüros sehr kostspielig. Die Anschaffungskosten liegen bei einem Vielfachen. „Ein Smartphone hat dagegen jeder“, sagt RenderThat-Gründer David Wischniewski.

Das Geld ist oft knapp

Die Idee hatten Wischniewski, Patrick Pack und Fabian Stolz bereits, da steckten sie noch mitten im Architekturstudium in Aachen beziehungsweise Siegen. Bei ihren Praktika merkten sie, dass gerade kleine Büros dringend überzeugende Bilder brauchen, um in Wettbewerben zu bestehen. Doch das Geld ist oft knapp, und die Kenntnisse in der 3D-Visualisierung eher gering. Und so entstand bei den drei angehenden Architekten die Idee, eine Plattform zu schaffen, auf der Architekten weltweit Designer finden, die ihnen die 3D-Visualisierungen erschaffen.

Mit Unterstützung des Gründerzentrums der RWTH wurde aus der Idee ein Businessplan und aus dem Businessplan die neue Firma. Ein paar Monate später waren die ersten Kunden gewonnen.

Genauso wichtig: Es fanden sich Designer, die sich auf ihre eigentliche Arbeit fokussieren wollen und über die RenderThat-Plattform ohne Kundenakquise, stundenlanges Telefonieren und die auch damit verbundenen Verwaltungskosten zu neuen Kunden kommen. Und es waren Architekten da, die ihre Dienste suchten. Schnell wurde aber auch klar: Es gibt noch eine zweite, sehr interessierte Zielgruppe: Produktdesigner und die Hersteller der entsprechenden Produkte wie die Würzburger Photovoltaikproduzenten Gildemeister Energy Solutions.

Das RenderThat-Team dient gleichermaßen als Vermittler des passenden Designers aus dem stark wachsenden Pool (etwa 1000 Designer, 41 Prozent davon aus Deutschland, zwölf Prozent aus den USA) und – wenn gewünscht – auch als Projektmanager. „Wir haben einen enormen Beratungs- und Betreuungsbedarf festgestellt“, erklärt Patrick Pack.

Dass ihr Ansatz gefragt ist, lässt sich an ein paar Beispielen deutlich machen: Der Ikea-Katalog besteht mittlerweile zu etwa 75 Prozent aus 3D-Visualisierungen. In einem Fußleistenkatalog gibt es für eine Leiste rund 300 Renderings (3D-Grafiken).

Unter diesen Vorzeichen hat sich RenderThat am Markt schnell positionieren können. „Wir wollen an der Spitze bleiben“, sagt Wischniewski. Dafür programmieren sie mit ihren Designern verstärkt 3D-Animationen. „Der Erlebnisfaktor ist riesig. Diese Animationen sind für jeden Laien sofort greifbar“, erklärt er – den Aha-Effekt haben sie zuletzt bei der IMM erleben können, vom 25. bis 29. April soll er erneut auftreten: Dann ist RenderThat bei der Hannover Messe vertreten.

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