Aachener RWTH-Professorin im Bahn-Vorstand

Von: dpa/afp/red
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Von der RWTH in den Vorstand der Bahn: Sabina Jeschke. Foto: Pablo Castagnola/DB AG/dpa

Aachen. Der Vorstand der Deutschen Bahn ist nach knapp acht Monaten wieder komplett. Der Aufsichtsrat besetzte am Freitag zwei vakante Posten neu. Das Ressort Güterverkehr und Logistik wird künftig vom bisherigen Deutschlandchef der Bank Barclays, Alexander Doll, geleitet, wie die Bahn nach einer Sondersitzung des Kontrollgremiums mitteilte.

Vorstand für Digitalisierung und Technik wird die RWTH-Professorin Sabina Jeschke. Sie soll bereits in wenigen Tagen zur Bahn wechseln.

Jeschke ist nach Stationen an der Technischen Universität Berlin und der Universität Stuttgart seit 2009 Professorin an der RWTH Aachen und leitete zuletzt das Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU an der Fakultät für Maschinenwesen. Die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin ist auch Vorsitzende des Bezirksvereins Aachen im Verein Deutscher Ingenieure. Die 49-Jährige beschäftigt sich unter anderem mit künstlicher Intelligenz, autonomen Verkehrssystemen und Automatisierung.

Zudem wurde ein Nachfolger für den scheidenden Personalvorstand Ulrich Weber ernannt: Im Januar übernimmt der heutige Personaldirektor der Telekom, Martin Seiler, den Posten.

Der neue Güter- und Logistikvorstand Doll habe im Rahmen seiner mehr als 20-jährigen Tätigkeit „zahlreiche nationale und internationale Transaktionen im Transport- und Logistikgeschäft verantwortet“, teilte die Bahn mit. In dieser Zeit habe er auch den Konzern bei Projekten beraten. Die Trends und Herausforderungen der Branche seien ihm „bestens vertraut“.

Die Personalentscheidungen waren der dritte Anlauf, den Vorstand des Staatskonzerns um seinen Vorsitzenden Richard Lutz zu komplettieren. Eigentlich sollte der Chef der Güterbahn-Tochter DB Cargo, Jürgen Wilder, in den Konzernvorstand rücken und das Ressort Güterverkehr und Logistik übernehmen.

Er scheiterte aber am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat und verließ die Bahn. Die schwierige Suche nach Spitzenpersonal führte auch zu Kritik an Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht und wurde zusätzlich erschwert durch den Regierungswechsel. Noch ist unklar, wer den Bund als Eigentümer im Aufsichtsrat vertreten wird.

Felcht forderte nun, die Chancen für Kunden und Mitarbeiter „mit neuem Schwung zu nutzen“. Vorstandschef Lutz äußerte sich erfreut, dass das Führungsgremium nun komplett ist. „Gemeinsam werden wir uns dafür einsetzen, noch mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bekommen und die DB mit ihren nationalen und internationalen Aktivitäten in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“

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