Aachener Region auf der Cebit in Hannover bestens präsent

Von: Berthold Strauch
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Kein Problem für die fahrraderprobte Ministerin: Svenja Schulze, die in Münster lebt, genießt – beobachtet von Professor Thomas Ritz – den kleinen „Daten-Ausflug“ auf der Cebit. Foto: Berthold Strauch

Hannover/Aachen. Es macht ihr ein wenig Mühe, den ziemlich hoch eingestellten Sattel des Pedelecs zu erklimmen. Schließlich ist Svenja Schulze nicht die Größte – bei der Körperlänge. Doch nach kurzem Hin- und Herrutschen passt es. Und schon tritt die nordrhein-westfälische Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung kräftig in die Pedale. Immerhin kommt die SPD-Politikerin aus der Fahrradstadt Münster.

Fast euphorisch erzählt die 44-Jährige im angeregten Gespräch mit Thomas Ritz, Professor der Fachhochschule Aachen, am NRW-Gemeinschaftsstand auf der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover mit offenem Lächeln, wie häufig sie in der westfälischen Bischofsstadt auf zwei Rädern unterwegs ist.

Ritz leitet am FH-Fachbereich Elektro- und Informationstechnik das „Mobile Media & Communication Lab“. In der niedersächsischen Landeshauptstadt ist der in Aachen-Kornelimünster lebende Wissenschaftler Stammgast, genauso wie die Düsseldorfer Ressortchefin, die auch im vergangenen Jahr am FH-Stand gern vorbeigeschaut hat, wie sie sagt.

Professor Ritz steht Svenja Schulze hilfreich zur Seite bei dem kleinen Experiment, zu dem er die Ministerin einlädt. Dazu weist er auf den mächtigen Flachbildschild direkt vor dem Teststand mit dem aufgebockten Hinterrad des Pedelecs. Wenn die Ressortchefin angesichts ihres „Dauertrainings“ in Münster loslegt, klettern die Zahlen im Display schnell in die Höhe.

Geradezu spielerisch hat der 41-jährige Aachener den hohen Gast mit einem konkreten Forschungsprojekt seiner praxisorientierten Hochschule vertraut gemacht. Mit der Versuchsanordnung wird deutlich gemacht, wie viel Energie ein Pedelec-Nutzer zusätzlich zu dem elektrischen Antrieb des Fahrzeugs liefert. Per App können die Daten unmittelbar aufs Smartphone geschickt werden. „Es geht darum“, sagt Sebastian Damm (28), der an dem FH-Fachbereich seine Masterarbeit jetzt zum Abschluss bringt, „an einem Objekt Daten abzugreifen und etwa im Tablet-Computer zugänglich zu machen.“

Den ersten Messeauftritt legt ein junges Unternehmen mit einem selbstbewusst-kessen Namen an den Tag: Nicht weniger als „Modell Aachen“ nennt sich das Start-up, das vor vier Jahren als Ausgründung des weltberühmten Werkzeugmaschinenlabors (WZL) an den Start ging. Interaktive Managementsysteme nennt sich das Spezialgebiet von Geschäftsführer Carsten Behrens und seinem engagierten Team, das im Agit-Gebäude am Aachener Europaplatz sitzt und bereits 14 Mitarbeiter zählt.

Es hat einen pfiffigen Ansatz gefunden, um das in einem Unternehmen generierte Wissen so aufzubereiten, dass alle Mitarbeiter etwas davon haben. „Niemand braucht die gleichen Fehler zu wiederholen“, sagt Behrens. Simples Beispiel: der Kauf eines Handys mit allen vertraglichen Bindungen. Wie in dem Online-Lexikon Wikipedia wird das entsprechende Wissen eingespeist und aufbereitet. Etwa auch für die Frage, wie eine Marketingbroschüre am effektivsten erstellt werden könnte.

Kommen neue Mitarbeiter an Bord, können sie sich schneller vertraut machen mit den routinierten Arbeitsprozessen in der Firma. Und scheidet ein langgedienter Kollege aus, nimmt er all seinen reichen Erfahrungsschatz keinesfalls mit, sondern macht ihn nutzbringend verfügbar für die verbleibende Mannschaft. Eine effiziente Form der Qualitätssicherung, wie Geschäftsführer Behrens sagt. Das innovative Geschäft bekommt der Umsatzbilanz bestens: „In drei Jahren sind wir um jeweils 80 Prozent gewachsen“, schwärmt Behrens. Zu den Gesellschaftern zählt auch Professor Robert Schmitt vom WZL.

Ganz im Trend der Zeit ist das Aachener Unternehmen Devolo. Dessen Pressesprecher Christoph Rösseler verweist dazu auf ein fast unauffällig kleines Gerät, das seit kurzem neu im Sortiment ist: ein „Poweradapter“. Er sorgt dafür, dass die heimische Stromleitung zu einem wirkungsvollen Medium für den Datentransport wird. Das drahtlose Netzwerk zum Endgerät macht aufwendige Verkabelungsarbeiten, bei denen Wände aufgestemmt werden müssten, schlichtweg überflüssig. Die Geschäfte laufen gut bei Devolo. Dass dies so bleibt, dafür sorgt eine starke Entwicklungsabteilung, die stets einen spannenden Vorsprung vor den Mitbewerbern an den Tag legt – und längst Marktführer in seinem Segment geworden ist.

Ähnlich ist es auch für die Würselener Lancom – so exzellent, dass sich reichlich Politikprominenz für die Produkte interessiert. So schaute Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) genauso am Lancom-Stand auf der Cebit vorbei wie der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD), jeweils empfangen und umfassend informiert von Geschäftsführer Ralf Koenzen.

Regio IT gemeinsam mit Paypal

Das Unternehmen hat etwas im Angebot, das die Politik sehr interessiert: eine hochsichere Standort-Vernetzung – ohne Sorge, dass sich per elektronischer „Hintertür“, wie sie die Amerikaner fordern, unliebsame Eindringliche in sensiblen Datenbereichen breitmachen können. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik lässt sich von Lancom für neueste technische Anwendungen sensibilisieren.

Ganz vorne mit ihrem Know-how ist auch die Aachener Regio IT dabei. Dieter Rehfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung, präsentiert auf der Cebit eine neue Kooperation mit Paypal, dem Anbieter von Online-Bezahlsystemen. Dienstleistungen, die Bürger per Web in Anspruch nehmen, können damit bequem bezahlt werden.

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