Aachener Nano4Imaging gewinnt „Science4Life Venture Cup”

Von: Berthold Strauch
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Ein beschichteter Führungsdra
Ein beschichteter Führungsdraht, die Urkunde und der Siegerpokal: Professor Paul Borm holte mit seinem Businessplan für Nano4Imaging einen großartigen Erfolg. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es war für das kleine, vierköpfige Team eine faustdicke Überraschung: Erst im Januar in Aachen gestartet, gewann das medizintechnische Unternehmen Nano4Imaging GmbH jetzt in Frankfurter Zentrale der Deutschen Bundesbank einen renommierten Gründerpreis.

Geschäftsführer Professor Paul Borm (55) aus Meerssen nahe Maastricht holte bei der Siegerehrung in der Stadt am Main beim „Science4Life Venture Cup” für seine herausragende Hightech-Geschäftsidee Platz eins und die damit verbundene Preissumme von 30.000 Euro.

Borm, der lange Jahre an Hochschulen, etwa in Düsseldorf und Heerlen, gelehrt hat, weiß, was er mit dem Top-Gewinn machen wird: „Damit möchten wir eine Qualitätskontrolle für unser Produkt aufbauen.” Im nächsten Jahr ist die Markteinführung geplant. Bislang sind aufwendige Entwicklungsarbeiten und vorklinische Studien für die von Nano4Imaging präsentierten sogenannten Markersysteme für medizinische Geräte und Implantate vorgenommen worden. Die entsprechenden Laboratorien stehen dem jungen Unternehmen im niederländischen Geleen, dem DSM-Industriepark Chemelot, zur Verfügung.

Auf der Suche nach Räumen

Im Technologiezentrum der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) hat Nano4Imaging ein Kontaktbüro. Geschäftsführer Borm ist derzeit in Gesprächen, um Flächen nahe des Klinikums, etwa in dem dafür prädestinierten, gerade entstehenden Zentrum für Biomedizintechnik (ZBMT), anzumieten. Nano4Imaging ist eine Ausgründung des in Aachen ansässigen und in der medizinischen Diagnostiktechnik engagierten Unternehmens Magna Medics, an dem Borm gleichfalls beteiligt ist.

Wenn es im Krankenhaus etwa um Herzoperationen geht, kann die neue, patentgeschützte Technologie des Preisträgers wirksam zum Einsatz kommen. Damit die Ärzte den Weg eines Katheters durch den Körper verfolgen können, ohne den Patienten zum Beispiel mit Röntgenstrahlen oder gespritzten Kontrastmitteln zu belasten, ist das Bildgebungsverfahren der Aachener hervorragend geeignet. Zum Einsatz kommen etwa Führungsdrähte aus Faserverbundwerkstoff, die mit einem speziellen Belag ausgestattet sind, winzigkleinen magnetischen Eisenpartikel oder Nanomaterialien. Mit der Nutzung von Großgeräten wie dem Magnetresonanz-Tomographen (MRT) lassen sich die Operationen in Echtzeit nachverfolgen. Die neue Technologie ermöglicht nach Ansicht der Ingenieure eine flexiblere, bessere Visualisierung während des Eingriffs, ohne den Patienten übermäßig zu belasten.

Während die Führungsdrähnte von der in Dettingen bei Stuttgart ansässigen Firma EP-Flex hergestellt werden, ist das Nanomaterial das Know-how des Teams um Borm. Vielfältige Anwendungsgebiete sind denkbar. Um die Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen, hat die junge Firma klinische Studien am Deutschen Herzzentrum in München fest vereinbart. Zudem wird auch eine intensive Zusammenarbeit mit Aachener Medizinern und Ingenieuren praktiziert.

Um das Markersystem zum Erfolg zu führen, ist Borm auf der Suche nach weiteren Investoren. Zudem sind Zertifizierungsverfahren abzuarbeiten. Angesichts der geringeren Belastung der Patienten durch das neue Verfahren soll es insbesondere bei ganz jungen Menschen zum Einsatz kommen, etwa Kindern mit angeborenen Herzfehlern. Dieses Feld soll der „Frontrunner” werden, der andere medizinische Verfahren „mitziehen” soll. Dabei wird etwa auch an schonende Untersuchungen des Gehirns gedacht. Des Weiteren soll es um möglichst geringe Belastungen bei der Biopsie, der Untersuchung von krebsverdächtigem Gewebe, gehen.

Paul Borm ist - nicht zuletzt durch die Anerkennung über die Preisverleihung - sehr optimistisch, was den Erfolg seiner Methode angeht. Bereits bis zum Jahr 2014 erwartet er einen Umsatz von bis zu fünf Millionen Euro. Schließlich hat sein Businessplan den Segen von ausgewiesenen Experten der Science4Life-Jury gefunden. Noch in diesem Jahr sollen vier weitere Mitarbeiter dazukommen.

Auszeichnung auch für Aachener Unternehmen Phenospex

Das Aachener Unternehmen Phenospex GmbH, das erst kürzlich den ersten Preis bei einem Existenzgründungswettbewerb der Euregio Maas-Rhein gewonnen hatte, teilt sich mit vier weiteren Start-ups die Plätze sechs bis zehn bei Science4Life. Dazu kam eine Preissumme von jeweils 2000 Euro.
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