Aachener Marketingpreis: Facebook, Autos und jede Menge Genuss

Von: Sonja Essers
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Da kam Freude auf: Andreas Ihrig, Präsident des Aachener Marketing Clubs, zeichnete Wolfgang Otto (Otto Gourmet) sowie Prof. Stefan Pischinger und Prof. Lutz Eckstein (Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik, alle von links) mit dem Aachener Marketingpreis aus. Foto: Andreas Steindl
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Soziale Netzwerke als Marketinginstrumente begreifen: Dafür plädierte Prof. Klemens Skibicki. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Spannung bis zur allerletzten Minute: Das versprach Andreas Ihrig, Präsident des Aachener Marketing Clubs, bereits zu Beginn der Veranstaltung am Dienstagabend. Und er sollte damit Recht behalten. Doch nicht jeder der rund 300 Gäste wartete mit Spannung auf die Verleihung des vierten Aachener Marketingpreises.

Ein kleiner Teil konnte sich ganz entspannt zurücklehnen und den Abend genießen: die Gewinner. Eine Bewerbungsphase gab es in diesem Jahr nämlich nicht, und so wurden die Sieger bereits vorab informiert. Der Vorstand des Aachener Marketings Clubs entschied, wer in den beiden Kategorien „Marketing für die Region“ und „Marketing aus der Region“ ausgezeichnet wurde.

Die Wahl fiel auf das Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik (Kategorie „Marketing für die Region“) und auf den Heinsberger Fleischexperten Otto Gourmet (Kategorie „Marketing aus der Region“).

Einige Neuerungen

„Dass Sie so zahlreich erschienen sind, bestätigt uns darin, dass wir den Marketingpreis weitergeführt haben“, sagte Ihrig. In diesem Jahr gab es jedoch einige Neuerungen. Dazu zählte beispielsweise die fehlende Bewerbungsphase, für die sich der Vorstand bewusst entschieden habe, wie Ihrig betonte. „So sind wir nicht von Bewerbungen abhängig und haben die Chance, uns den kompletten Kammerbezirk anzusehen. Vielleicht hätten sich die Gewinner ja auch gar nicht von selbst bei uns beworben“, sagte er. Auch die Präsentation der Preisträger, deren Unternehmen und Projekte in kleinen Videos vorgestellt wurden, war neu. Die Gewinner hatten außerdem die Möglichkeit, dem Publikum ihr Erfolgsmodell ausführlich vorzustellen. Und diese wurde gerne genutzt.

Den Preis für das Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik nahmen die Organisatoren Prof. Lutz Eckstein (Direktor des Instituts für Kraftfahrzeuge ika der RWTH Aachen) und Prof. Stefan Pischinger (Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen VKA der RWTH) entgegen. Das Kolloquium ist ein Kongress, der weltweit bekannt ist und bereits seit 25 Jahren Wissenschaftler, Vertreter großer Automobilkonzerne und sogar Vorstandschefs nach Aachen lockt. In diesem Jahr nahmen 1800 Experten an der Veranstaltung teil. Seit fünf Jahren findet der Kongress zusätzlich in China statt.

„Wir wollen die Gesellschaft verändern. Wir wollen, dass unsere Technologien in Fahrzeugen landen und auf diese Weise die Autos von Morgen besser machen“, sagte Eckstein. Man versuche, Aachen als eine offene, technologiefreundliche und auch fahrzeugfreundliche Stadt darzustellen, sagte Pischinger, der sich über die Auszeichnung ganz besonders freute: „Das ist ein fantastisches Geschenk und eine große Ehre für uns.“

Mit einer eher ungewöhnlichen Geschichte begeisterte der zweite Preisträger das Publikum. Im Jahr 2005 gründeten die Brüder Wolfgang, Michael und Stephan Otto in der Garage des Vaters in Heinsberg ein Unternehmen, das heute 85 Mitarbeiter besitzt, 1000 Gastrokunden und 40.000 Privatkunden beliefert. Verschickte Otto Gourmet in den ersten Jahren nach der Gründung drei Pakete pro Woche, so sind es heute bis zu 1000 Pakete am Tag. „Wir verkaufen nicht das Produkt des täglichen Bedarfs, sondern sind Lieferant des Besonderen“, sagte Wolfgang Otto, der den Preis entgegennahm. Er und sein Team versenden jedoch nicht nur besondere Fleischsorten an ihre Kunden, sondern veranstalten auch rund 600 Events im Jahr.

Managen oder untergehen

Vor der Preisverleihung stand ein Vortrag von Prof. Klemens Skibicki auf dem Programm. Er stellte seine Überlegungen zum Thema Digitalisierung unter den Titel „Marketing Digital: Die Kommunikations-Revolution managen oder untergehen“. Oft würden Digitalisierung und Soziale Netzwerke nicht richtig verstanden. „Bei Facebook geht es nicht nur um Katzenbilder. Man muss die Informationen dort filtern und begreifen“, sagte er. Vor allem als Marketinginstrument sei diese neue Form der Kommunikation für Unternehmen unerlässlich. Was erfolgen müsse, sei eine digitale Transformation. „Momentan befinden wir uns in einer Phase der Desorientierung. Es geht darum, den Kommunikationsmechanismus zu begreifen.“

In Aachen wurde diese Aufforderung bereits während der Veranstaltung umgesetzt. Etliche Gäste zückten ihre Smartphones, machten Fotos und luden diese in die Sozialen Netzwerken hoch.

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