Aachen/Aldenhoven - Aachener Haarmann Group meldet Insolvenz an

Aachener Haarmann Group meldet Insolvenz an

Von: red/chm
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Aachen/Aldenhoven. Die Haarmann Group mit Sitz in Aachen hat Insolvenzantrag gestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Thomas Georg von der Aachener Kanzlei Mönning und Georg. Der Geschäftsbetrieb des Aluminium-Presswerkzeugbauers und Metallveredlers gehe ohne Einschränkung weiter, teilte die Kanzlei mit. Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Georg  plane, das Unternehmen fortzuführen und zu sanieren. Der Antrag sei am Montag gestellt worden, sagte Sprecher Sebastian Glaser gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.


Neben der Haarmann Holding GmbH mit 22 Mitarbeitern in Aachen haben alle operativen deutschen Gesellschaften Insolvenzantrag gestellt. In Aldenhoven betrifft dies die Haarmann Pressewerkzeuge GmbH mit 63 Mitarbeitern, die Härtha Aldenhoven GmbH mit 53 Mitarbeitern sowie die Qualitätsmanagement QM-Consulting Beratungs GmbH mit einem Mitarbeiter. Hinzu kommen drei Gesellschaften in Weißenburg mit insgesamt 172 Mitarbeitern. Die neun ausländischen Tochtergesellschaften der Gruppe seien wirtschaftlich eigenständig und von der Insolvenz nicht betroffen, heißt es laut Mitteilung.


Die Unternehmensgruppe will das Insolvenzverfahren nach eigenen Angaben dazu nutzen, ihre Finanzierung neu zu ordnen. Bislang hätten sich die Unternehmen der Gruppe weitgehend selbst über ein sogenanntes „Cash-Pooling“ finanziert. Das bedeutet, dass alle Tochtergesellschaften in einem von der Holding verwalteten „Cash-Pool“ einzahlen, aus dem wiederum der Liquiditätsbedarf der einzelnen Gesellschaften gedeckt wird. Insbesondere sei so auch in den beiden vergangenen Jahren die Restrukturierung einer Tochter in Weißenburg finanziert worden.


Nach einem Insolvenzantrag im Oktober 2012 sei allerdings der geschäftsführende Gesellschafter der „Härtha Lüdenscheid GmbH“ aus dem „Cash-Pool“ ausgetreten. Dadurch habe die Haarmann Group zusätzliches Fremdkapital benötigt. Die angestrebte Einigung mit einem niederländischen Investor sei zuletzt an der fehlenden Kooperation mit der insolventen Tochter gescheitert.


„Die Haarmann Group gehört in den Sparten Pressewerkzeugbau und Härtetechnik zu den Markt- und Technologieführern in Europa“, sagt Insolvenzverwalter Georg. „Insofern sehe ich grundsätzlich gute Sanierungschancen, zumal die Gruppe wirtschaftlich im Kern gut aufgestellt scheint.“ Die Haarmann Group erwirtschaftete 2011 einen Gesamtumsatz von rund 70 Millionen Euro.

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