Aachener Agentur für Arbeit: Kurzarbeit hat sich bewährt

Von: Jan Mönch
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Aachen. Als Mittel gegen den Verlust von Arbeitsplätzen hat die Kurzarbeit sich bewährt. Zu diesem Schluss kommt die Bundesagentur für Arbeit (BA) Aachen vor dem Hintergrund der andauernden Wirtschaftskrise.

875 Mal wurde im ersten Halbjahr 2009 Kurzarbeit für insgesamt 16125 Beschäftigte angezeigt - von diesen gingen rund 60 Prozent tatsächlich in Kurzarbeit.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BA Aachen, Matthias Kaschte, schätzt die Zahl der Arbeitsplätze, die dank der Kurzarbeit erhalten werden konnten, auf rund 3250 im Agenturbezirk.

So liegt die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen aktuell bei exakt 35913 und ist gegenüber dem April um 2945 zurückgegangen. Die Quote sank von 9,8 auf 9,0 Prozent, liegt im Jahresvergleich allerdings 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die schlimmsten Horrorszenarien ausschließen kann Matthias Kaschte mittlerweile für 2010. Lange seien der Republik bis zu fünf Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt prophezeit worden.

Was heruntergerechnet auf den Agenturbezirk 50.000 Arbeitslose bedeutet hätte. Aktuell jedoch werde für 2010 von „nur” 4,1 Millionen Arbeitslosen ausgegangen. Was - abermals heruntergerechnet - etwa 41.000 Arbeitslosen im Aachener Agenturbezirk entspräche.

Die aktuelle Stimmung spreche jedoch nicht für Entlassungen. Kaschte: „Viele Betriebe haben erkannt: Es ist nicht schlau, ganze Abteilungen zu entlassen. Denn diese sind häufig gut eingearbeitet.” Stattdessen würde auf allen Ebenen daran gearbeitet, den Konjunkturaufschwung mit voller Besetzung zu erreichen.

Die Annahme, Betriebe könnten die Kurzarbeit ausnutzen, etwa indem Arbeitsausfall lediglich vorgetäuscht wird, möchte Kaschte nicht bestätigen. Zwar gehe man aktuell einigen konkreten Verdachtsfällen nach. Sollten diese sich bestätigen, handele es sich jedoch um „einzelne schwarze Schafe”, die vielen „aufrichtigen und rechtschaffenen” Unternehmen gegenüberstünden.

Mit Blick auf den eigenen Haushalt macht Kaschte deutlich, dass es 2010 sparsamer zugehen muss. Zwar warte man noch auf genaue Zahlen. In jedem Falle aber sei die BA 2009 „Volldampf gefahren”, die Mehraufwendungen seien „exorbitant” gewesen: „2010 werden wir uns verstärkt auf unsere Beratungs- und Vermittlungstätigkeit stützen müssen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.”

Hierbei verspricht die BA sich einiges vom sogenannten „Arbeitsmarktmonitor”. Dieser soll helfen, Risiken und Chancen des hiesigen Arbeitsmarkts besser zu erkennen - sehr stabil verhalten sich momentan etwa Bereiche wie Pflege, Gesundheit oder Gastronomie - und die Vermittlungstätigkeit entsprechend auszurichten.
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