Aachen - „Aachen digitalisiert“: Pflicht erfüllt, folgt jetzt die Kür?

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„Aachen digitalisiert“: Pflicht erfüllt, folgt jetzt die Kür?

Von: André Schaefer
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Aachen. Am Ende war es ein Wirtschaftskrimi. So bezeichnet es jedenfalls Oliver Grün, Vorstand des Aachener Unternehmens Grün Software AG und Präsident des Bundesverbandes IT-Mittelstand.

Doch genau dieser sechswöchige Wirtschaftskrimi hat zu einem Happy End geführt. Schließlich konnte der Initiator von „Aachen digitalisiert“ am Mittwoch stolz verkünden, dass die für einen „Digital Hub“ in Aachen notwenigen Eigenmittel von 1,5 Millionen Euro erzielt sind. „Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung“ nennt Grün das. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum „Digital Hub“:

Was ist ein „Digital Hub“?

Als „Digital Hub“ bezeichnet man ein Digitalisierungszentrum. Die Region Aachen strebt an, einer von fünf Innovationsstandorten in Nordrhein-Westfalen zu werden. Es soll ein Ort entwickelt werden, an dem digitale Anwender aus Industrie und Wirtschaft, Start-ups und der IT-Mittelstand sowie Wissenschaft zusammengebracht werden, um die Digitalisierung in der Region voranzutreiben.

Wie kam die Summe von 1,5 Millionen Euro zustande?

Die Eigenmittel wurden durch Crowdfunding erzielt. Rund 100 Unternehmen aus der Region haben ihre Unterstützung für ein Digitalisierungszentrum zugesagt. Die Initiative „Aachen digitalisiert“ hat daher am Mittwoch  pünktlich ihre Bewerbung auf die öffentliche Ausschreibung des Landes NRW einreichen können. Den Siegern des Wettbewerbs winkt beim Betrieb eines Hubs eine Aufstockung auf insgesamt drei Millionen Euro durch Fördergelder des Landes NRW.

Warum ist die Digitalisierung ein so wichtiges Themengebiet?

Stellt man Grün diese Frage, dann spricht er gerne von der Zimmervermietungsplattform Arnbnb, die inzwischen mehr Übernachtungen als große Hotelketten zählt – und das, ohne ein einziges Zimmer zu besitzen. Oder Grün erzählt in diesem Zusammenhang vom Fahrdienst Uber, der – ohne ein einziges Fahrzeug im Betrieb zu haben – den Taxigesellschaften die Stirn bietet. Grün sagt: „Die erste Digitalisierungswelle ist an Deutschland vorbeigegangen.“ Umso wichtiger sei es nun, auf den Zug aufzuspringen. „Die Digitalisierung bringt Bewegung in unsere Region. Und obwohl es noch gar nicht richtig begonnen hat, ist diese Bewegung seit sechs Wochen bereits deutlich zu sehen.“

Wie könnte ein „Digital Hub“ in der Region Aachen konkret aussehen?

Sollte die Aachener Bewerbung zum Erfolg führen, dann sieht das Konzept der Initiative vor, das Digitalisierungszentrum im IT-Gründerzentrum der RWTH anzusiedeln. Von dort aus soll ein „Digital Hub“ Schritt für Schritt ausgebaut und weiterentwickelt werden. So sollen in diesem Gründerzentrum der RWTH Arbeitsflächen für Start-ups entstehen, die sich wiederum mit anderen Unternehmen vernetzen können. Prof. Malte Brettel, Prorektor für Wirtschaft und Industrie der RWTH und ebenfalls verantwortlich für die Digitalisierungsinitiative, sagt: „Wir haben für die Entwicklung eines Hubs in dieser Region ideale Voraussetzungen.“ Für die Koordination weiterer Schritte soll auch ein Verein gegründet werden, der von fünf ausgewählten Managern gesteuert wird.

Wie stehen die Chancen für ein Aachener Digitalisierungszentrum?

Neben der Aachener Region haben sich noch sechs weitere Städte beim Land NRW beworben, unter anderem Düsseldorf, Köln und Bonn. Tobias Kollmann, Digitalbeauftragter des Landes NRW, sieht Aachen allerdings in einer guten Position. „Die Region Aachen hat natürlich das Alleinstellungsmerkmal, dass hier die Eigenmittel komplett aus dem Mittelstand erzielt wurden. Das zeigt, dass die Digitalisierung in dieser Region von zahlreichen Unternehmen mitgetragen werden möchte“, sagt Kollmann. Eine Jury wird die Entscheidung am 5. Juli bekanntgeben. Schon im Herbst könnte dann der Startschuss für ein Aachener „Digital Hub“ fallen.

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