5 x 5 ausländische Fachkräfte für Aachener Wirtschaft

Von: Bernd Büttgens
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Aachen. Das Projekt ist ebenso zukunftsweisend wie außergewöhnlich. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit hat der Regionale Industrieclub Informatik Aachen, kurz Regina, als Interessenverband der örtlichen IT-Unternehmen die Flucht nach vorne angetreten. Dem akuten Fachkräftemangel begegnen die Mitgliedsunternehmen mit einer großen Kampagne im europäischen Ausland.

„Wir laden 25 Fachkräfte aus fünf EU-Staaten zur Nacht der Unternehmen nach Aachen ein”, sagt Regina-Vorstand Rolf Geisen: „5 x 5.” Was in der Region schon längst bekannt ist, nämlich dass Jobsuchende vor Ort die Gelegenheit bekommen, interessante Arbeitgeber in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen, wird nun international dargestellt; und zwar in Spanien, Portugal, Italien, Rumänien und Griechenland.

Partner von Regina ist in diesem Projekt die Agentur für Arbeit in Aachen. Deren Leiterin, Gabriele Hilger, hat die gemeinsame Idee an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ihres Hauses weitergeleitet - und die rührt nun vor Ort die Werbetrommel. Mit Erfolg, wie Gabriele Hilger erzählt: „Bis jetzt gibt es bereits 68 Profile junger Fachkräfte, die sich auf den Aufruf unserer Partner vor Ort gemeldet haben.” Die beste Resonanz erfährt der Lockruf aus Aachen übrigens in Portugal und Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit besonders hoch ist.

Das Profil ist scharf beschrieben: Die teilnehmenden Aachener Firmen suchen die typischen Entwickler, fitte Programmierer mit guter Ausbildung, Mint-Hintergrund, perfektem Englisch und zumindest dem Willen, Deutsch zu lernen. Der erste Schritt, so erzählt Rolf Geisen, wird nun sein, 25 Kandidaten auszuwählen, die bei der Nacht der Unternehmen Aachen besuchen und die Firmen kennenlernen. „18 Gastfamilien haben sich bereits gemeldet”, sagt Geisen, „um die jungen Leute vom 6. bis 9. November aufzunehmen.” Vorneweg marschieren die Unternehmer selbst. Reise- und Aufenthaltskosten haben einzelne Firmen sowie einige Privatleute gesponsert, IHK und Stadt leisten ebenfalls Unterstützung, auch bei einem Empfang im Rathaus.

Wie viele Gäste am Ende zu echten Aachenern werden, ist offen. Und dass aus dem großen Kreis der Bewerber auf die Plätze noch einige mehr in der Region landen werden, ist auch möglich. „Eine prima Sache”, sagt Geisen und hofft auf den Doppeleffekt: Die Bewerber sind Repräsentanten ihres Heimatlandes und später auch Botschafter Aachens. Auf dass die Kunde von der Hightech-Region in Europa die Runde mache.

5. Nacht der Unternehmen: Die Chance für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Etwa 1400 technologieorientierte Unternehmen sind in der Region Aachen angesiedelt. Insgesamt beschäftigen diese rund 32 100 Mitarbeiter und erwirtschaften nach Angaben des Regionalen Industrieclubs Informatik Aachen (Regina) einen Umsatz von sechs Milliarden Euro jährlich. Drei von vier dieser Unternehmen suchen zurzeit händeringend Fachkräfte, in erster Linie handelt es sich um Softwareentwickler.

So wie es der IT-Branche geht, geht es den meisten anderen Branchen auch. Um jungen Fachkräften, in erster Linie Absolventen der Hochschulen, vor Augen zu führen, welche beruflichen Möglichkeiten sich in der Region ergeben, startet am Mittwoch, 7. November, zum fünften Mal die „Nacht der Unternehmen”.

Hochschulabsolventen, Berufseinsteiger und Fachkräfte treffen dann wieder auf Unternehmen und besuchen die für sie besonders interessanten Firmen per Bus und lernen sie direkt vor Ort näher kennen - in lockerer Atmosphäre.
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