Aachen - 26 Betriebe testen elektronisch betriebenen Kleintransporter

26 Betriebe testen elektronisch betriebenen Kleintransporter

Von: Ines Kubat
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Georg Raida, Jochen und Martina Herbst aus regionalen Handwerksbetrieben testen die Elektromobile. Georg Werdermann, Elektromobilität-Fachmann der Stadt Aachen, Carsten Schopf von Peugeot, Peter Deckers und Herbert Pelzer, von der Handwerkskammer, sind auf die Erkenntnisse gespannt. Foto: Schmitter

Aachen. Ganz entspannt radelt Georg Raida auf seinem E-Bike in den Innenhof der Handwerkskammer: Rund 30 Kilometer war er von seinem Dämmungsbetrieb in Monschau nach Aachen gefahren. Für den Rückweg wird der Drahtesel allerdings im Kofferraum eines Elektromobils verstaut, das er eine Woche testet.

Mit 25 anderen Handwerksbetrieben aus der Region nimmt Raida an dem Projekt „Elektromobil im Betriebsalltag“ teil. Für je eine Woche testen Straßenbauer wie Schornsteinfeger kostenlos die zwei E-Transporter. Nur den Strom zum Aufladen der Fahrzeuge müssen sie selbst zahlen.

Die voll elektronischen Fahrzeuge stellt Peugeot für das Projekt zur Verfügung. Peter Decker, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, ist überzeugt, dass die Initiative „neue Erkenntnisse über den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Alltag von Handwerksbetrieben“ bringe.

Und an Erfahrung im E-Mobilitätsbereich mangelt es tatsächlich: Kaum Betriebe haben bisher auf Elektrofahrzeuge umgesattelt – in der Region um Aachen sind es weniger als ein Prozent der Handwerksbetriebe. Zu diesem Ergebnis kam eine interne Umfrage innerhalb der Handwerkskammer, an der rund 250 Betriebe teilnahmen, sagt Nicole Tomys, stellvertretende Geschäftsführerin der Kammer.

Gleichwohl sei das Interesse an einer Umstellung auf alternativ angetriebene Fahrzeuge groß: Innerhalb kürzester Zeit waren die Termine für die Testwochen mit den Kleintransportern belegt.

Frage von Preis und Reichweite

Doch der Fragebogen zeigte auch Vorbehalte: Die E-Fahrzeugen könnten eine Alternative sein, wenn da nicht die Unsicherheitsfaktoren zu Wirtschaftlichkeit und Effizienz wären. Platt gesagt: Die Handwerksbetriebe wollen E-Autos, wenn Preis und Reichweite stimmen. Und genau das gilt es für die Betriebe nun zu testen.

Dämmungsfachmann Raida und Martina Herbst, von der gleichnamigen Gebäudereinigung aus Würselen, sind die ersten Probefahrer: Für sieben Tage bleibt eins ihrer eigenen Fahrzeug in der Garage und wird durch die E-Transporter ersetzt. Und die fordern ein wenig Umstellung – nicht nur, weil sie praktisch geräuschlos laufen: Statt zur Tankstelle zu fahren, müssen Steckdosen aufgesucht werden. 8,5 Stunden laden die kleinen Transporter an einer gewöhnlichen 230-Volt Steckdose, bis sie voll einsetzbar sind.

Und auch wenn diese Zeit für das Aufladen viel wirkt: Der erforderliche Strom kostet nur rund ein Drittel dessen, was der Sprit für dieselbe Reichweite bei einem normalen Auto verschlingen würde. Vom wirtschaftlichen Standpunkt ist das ein eindeutiger Pluspunkt.

Jedoch haben die Kleintransporter nur eine maximale Reichweite von 300 Kilometer. Genau das werde zur „logistischen Herausforderung“, sagt Georg Raida, dessen Mitarbeiter täglich mehrere Fahrten zu Baustellen überbrücken müssen: „Da kratzen wir an der Reichweite.“

Martina Herbst ist gespannt auf das neue Fahrgefühl, denkt aber vor allem an die Zeit nach der Testwoche. Denn bislang waren für sie die hohen Anschaffungskosten ein Argument gegen ein Elektroauto. Ihre Erfahrungen werden die Test-Betriebe am Ende in einem Bewerbungsbogen festhalten.

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