Düsseldorf - 10.000 Kombilohn-Jobs für Langzeitarbeitslose

10.000 Kombilohn-Jobs für Langzeitarbeitslose

Letzte Aktualisierung:
Arbeitsmarkt
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich kaum verändert. Foto: dpa

Düsseldorf. Mehr als 10.000 schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose haben dank des 2006 eingeführten Kombilohns in Nordrhein-Westfalen einen Arbeitsplatz bekommen.

Diese Zwischenbilanz zog NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Mehr als ein Drittel der Geförderten seien 50 Jahre oder älter. Damit Arbeitgeber schwer vermittelbare Arbeitslose einstellen, etwa Lernbehinderte oder Menschen mit persönlichen Problemen, können sie bis zu 75 Prozent Lohnkostenzuschüsse erhalten.

Bislang sei es aber noch nicht möglich gewesen, die Kombilohn- Beschäftigten ohne Zuschüsse in regulären Arbeitsverhältnissen zu halten. Ein Grund sei, dass der Gesetzgeber erst seit gut einem Jahr erlaube, Kombilöhne nicht nur in gemeinnützigen, sondern auch in privaten Unternehmen zu zahlen, erklärte Laumann. Das Potenzial sei bei den Privaten aber viel größer. „Inzwischen sind fast 60 Prozent der Stellen in der freien Wirtschaft angesiedelt”, sagte Laumann. Der andere Teil sei im öffentlichen Sektor entstanden.

Als weiteres Hemmnis für Kombilöhne sieht der Arbeitsminister „die Überförderung des Ein-Euro-Jobs”. Er warf den Arbeitsagenturen und Optionskommunen vor, sich nicht überall genügend anzustrengen, um Langzeitarbeitslose mit Kombilohn statt im Ein-Euro-Job unterzubringen. „Der Ein-Euro-Job ist kein gutes arbeitsmarktpolitisches Instrument”, bekräftigte Laumann. Eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt gelinge mit der auf neun Monate begrenzten Maßnahme nicht.

Prinzipiell kann jedes Unternehmen sich um eine Kombilohn- Förderung bemühen. Es darf sich jedoch nicht den dazugehörigen Mitarbeiter aussuchen, erläuterte Laumann. Der Förderanteil wird zwischen Arbeitsagentur und Arbeitgeber verhandelt, zunächst für zwei Jahre festgelegt, kann aber anschließend verlängert werden. Ziel sei es, die staatliche Förderung zurückzufahren, sagte Laumann. Es gebe aber eine Gruppe leistungsschwacher Menschen, die ohne längere Begleitung des Staates keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten. „Diesen Menschen geben wir eine dauerhafte Perspektive.”

Neue Arbeitsplätze fänden sich in vielen Bereichen. So hätten über den Kombilohn etwa Beifahrer eingestellt werden können, die beim Rangieren oder Laden helfen, ebenso wie Mitarbeiter in Tierheimen, Vorleser in Altenheimen oder Beschäftigte, die einfache Aufgaben in Geschäften übernehmen. Ihre Monatslöhne liegen zwischen 1130 und 1800 Euro. Von den 6,4 Milliarden Euro Eingliederungshilfen des Bundes für Arbeitslose entfallen rund 2 Milliarden auf NRW. Bundesweiter Spitzenreiter mit 1000 Kombilohn-Stellen ist nach Angaben des NRW- Arbeitsministeriums Dortmund.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert