Russische Unglücks-Maschine war Ersatzflugzeug
Jakarta. Nach dem Absturz eines hochmodernen russischen Passagierjets in Indonesien hoffen die Ermittler auf die Auswertung von Gesprächen im Cockpit. Der sogenannte Cockpit Voice Recorder des Suchoi Superjets 100 sei am Dienstag entdeckt worden, sagte ein indonesischer Behördensprecher.
Lebenslange Haft für «Ehrenmord» an Arzu Ö.
Detmold. Für den Mord an der jungen Kurdin Arzu Ö. muss einer ihrer Brüder mit lebenslanger Haft büßen. Das Landgericht Detmold verurteilte am Mittwoch den 22-jährigen Osman, der im Prozess die tödlichen Schüsse gestanden hatte. Richter Michael Reineke sprach von einem «Ehrenmord».
Nach Keimfund bei Baby sucht Bremer Klinik die Ursache
Bremen. Nach einem erneuten Keimfund bei einem Baby sucht das Klinikum Bremen-Mitte mit Hochdruck nach der Ursache. Der Zeitraum, in dem die resistenten Darmbakterien auf den Jungen übertragen worden seien, habe eingegrenzt werden können, sagte ein Sprecher des Klinikverbundes am Mittwoch.
Lebenslang und Sicherungsverwahrung für Tobias´ Mörder
Stuttgart. Höchststrafe für den Mörder des elfjährigen Tobias: Der 48-Jährige muss lebenslang hinter Gitter. Zudem ordnete das Landgericht Stuttgart am Mittwoch überraschend die Sicherungsverwahrung des sexuell schwer kranken Täters an.
«Big Bang»-Darsteller ist Vater geworden
New York. Schauspieler Simon Helberg aus der US-Sitcom «The Big Bang Theory» ist Vater geworden. Seine Ehefrau Jocelyn Towne brachte bereits am 8. Mai eine Tochter zur Welt, wie sein Sprecher der Zeitschrift «People» sagte.
Los Angeles. Schauspieler Tom Cruise war auf seine Rolle im Musical «Rock Of Ages» einigermaßen vorbereitet. «Ich wusste, dass ich einen Ton halten kann», sagte der 49-Jährige dem US-Magazin «Playboy».
Nur Fliegen geht noch nicht: Probebetrieb an Berlins neuem Flughafen
(dpa) | 08.02.2012, 08:22
Die Erwartungen an den Neubau vor der Stadtgrenze in Schönefeld sind groß. 40 000 Arbeitsplätze versprechen die Länder Berlin und Brandenburg. Auch die Lufthansa legt sich ins Zeug und will am drittgrößten deutschen Flughafen den Billigfliegern den Kampf ansagen. Der boomende Berlin-Tourismus verspricht gute Geschäfte - da würde sich ein Fehlstart schlecht machen. Mit Schulungen wollen die Betreiber etwa Blamagen wie die Kofferpanne von London-Heathrow vermeiden. Als dort 2008 das neue Terminal öffnete, versagte die Gepäckanlage und stürzte den Airport ins Chaos.
Am Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt läuft am Dienstag zunächst alles reibungslos, wie Probebetriebsmanager Christoph Aumüller sagt. Die 260 Testpersonen fallen kaum auf zwischen den 5000 Bauarbeitern, die alles klar machen für den geplanten Umzug von den bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld, die geschlossen werden.
Bohrmaschinen dröhnen, Sägen kreischen, Megafone ersetzen Lautsprecher-Durchsagen. Vorbei an rot-weißen Absperrbändern geht es zur Handgepäck-Kontrolle. «Ich habe alles gut gefunden», sagt die Köpenickerin Anni Klichowicz. Wie mehr als 20 000 Berliner und Brandenburger hat sie sich freiwillig als Testerin gemeldet. Im Sommer will sie erstmals vom Großflughafen abheben, nach Salzburg.
Heute steht München auf Klichowiczs Bordkarte - doch der Gang durchs Terminal endet am Gate im Erdgeschoss mit einer «kleinen Enttäuschung», wie Flughafenchef Rainer Schwarz vorab angekündigt hat. Fliegen darf man noch nicht, und auch die versprochene Busfahrt über das verschneite Vorfeld fällt aus - wegen der Kälte, heißt es.
Für die Test-Pioniere ist der Tag dennoch ein Erlebnis. «Ich war neugierig, und besser kann man den neuen Flughafen nicht kennenlernen», sagt Dieter Koch. Sein Blick schweift vom 700 Meter langen Hauptflügel aufs Rollfeld des 2,5-Milliarden-Euro-Baus. «Die Hauptstadt kann nicht kleckern», meint er. «Sie muss klotzen.»
Rolf Mauersberger ist nicht so begeistert. Über sein Haus in Berlin-Bohnsdorf werden die Flugzeuge hinwegdonnern. «Irgendwo müssen sie ja lang», sagt er schulterzuckend. Er hat sich einen kleinen Test für die Lufthansa-Beschäftigte ausgedacht, die im Parka hinter dem spanplattenbewehrten Check-In-Schalter sitzt. Mauersberger will am Gang sitzen, die Frau muss stornieren, braucht Hilfe. Es dauert.
Probebetriebsmanager Aumüller hat am ersten von 30 Testtagen schon Schwachstellen entdeckt. «80 Prozent der Komparsen haben gesagt, dass hinter den Sicherheitskontrollen kein Platz zum Anziehen ist.» Und fast niemand habe bei der Passkontrolle die Beamten hinter der Glasscheibe verstanden. «Wir müssen das nun auswerten», kündigt Aumüler an, der für den Münchner Flughafen arbeitet und schon 2010 das neue Terminal des Airports im indischen Dehli mit bezogen hat.
Kleine Fehler sind beim Test gewollt, etwa verlorene Bordkarten. Einem Fluggast fischen die Sicherheitsbeamten ein Taschenmesser aus der Jacke. Dass sie die Viertelliter-Saftflasche einer Frau übersehen, lässt Bundespolizei-Sprecher Olaf Wiese ernst werden. «Seien sie sicher, dass sich der Fehler am 3. Juni nicht wiederholt.»
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