Hunderte Syrer in Homs getötet | 04.02.2012, 11:17

Kairo/Beirut. In Syrien sind bei den bislang blutigsten Kämpfen nach Angaben der Opposition mindestens 300 Menschen getötet worden. Unter den Opfern in der Stadt Homs seien auch 57 Kinder, meldete die oppositionelle syrische Muslimbruderschaft am Samstag.

DRK: 50 000 Menschen in Syrien auf der Flucht | 04.02.2012, 08:31

Osnabrück. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind bereits mehr als 50 000 Menschen vor der Gewalt in Syrien geflohen. Rund 35 000 Syrer seien im eigenen Land auf der Flucht, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag).

Hintergrund: Syrien | 04.02.2012, 08:31

Berlin. Syrien spielt eine zentrale Rolle bei den Konflikten des Nahen und Mittleren Ostens. Seine politische Bedeutung ergibt sich bereits aus seiner geografischen Lage zwischen der Türkei, dem Irak, Jordanien, Israel und dem Libanon.



Seit März 2011 - im Zuge des arabischen Frühlings - ist Syrien von Protesten gegen das diktatorische Regime von Präsident Baschar al-Assad geprägt, der Forderungen nach Meinungsfreiheit und Demokratie blutig unterdrücken lässt. Nach UN-Schätzungen wurden schon mehr als 5600 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Weder Waffenembargos noch Bemühungen der Arabischen Liga führten bisher zu einem Ende der Gewalt gegen das eigene Volk.



Syrien ist mit einer Fläche von rund 185 000 Quadratkilometern rund halb so groß wie Deutschland. Mehr als 22 Millionen Menschen leben in dem Land, das neben seiner Küste von Höhenzügen, dem fruchtbaren Euphrat-Flusslauf, aber auch großen Sandwüsten geprägt ist. Mehr als die Hälfte der Syrer lebt in Städten. Zu den größten zählen Aleppo, die Hauptstadt Damaskus, Homs und Latakia.



Zu wichtigen Standbeinen der syrischen Wirtschaft gehören die Förderung und der Export von Erdöl und Erdgas. Dazu kommen der Anbau von Baumwolle, Obst und Gemüse sowie die Textilherstellung. Rund 80 Prozent der Bevölkerung kann lesen und schreiben, viele Syrer sprechen neben der Landessprache Arabisch auch Französisch oder Englisch. Dennoch ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch.



Ethnisch und religiös ist Syrien ein relativ homogenes Land. Fast 90 Prozent der Bevölkerung sind syrische Araber und Muslime, mehr als zwei Drittel von ihnen Sunniten. 13 Prozent der Einwohner gehören den Religionsgemeinschaften der Alawiten, Ismaeliten und Schiiten an. Auch die Diktatorendynastie der Assads, die das Land seit rund 40 Jahren beherrscht, ist alawitisch. Als größere Minderheiten gibt es in Syrien rund sechs Prozent Kurden und zwei Prozent Armenier.

Chronologie: Anläufe zu UN-Resolutionen | 04.02.2012, 08:31

New York. Seit zehn Monaten sterben in Syrien täglich Menschen durch die Gewalt des Regimes. Doch der UN-Sicherheitsrat blieb bislang sprachlos. Dabei gab es mehrere Versuche des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen, Syrien zu verurteilen.



- Schon im Mai 2011 versuchten die vier EU-Europäer im Rat - neben Deutschland sind das noch Portugal und die beiden Vetomächte Großbritannien und Frankreich - eine Resolution auf die Beine zu stellen. Das Regime sollte formell verurteilt werden, Sanktionen enthielt das Papier aber nicht. Weil mehrere Länder - vor allem Russland und China, aber auch Indien, Brasilien und Südafrika - Widerstand andeuteten, kam der Entwurf gar nicht erst zur Abstimmung.



- Im August meldete sich der Sicherheitsrat zwar zu Wort, aber nur in einer Präsidentiellen Erklärung. Das ist eine offizielle Mitteilung, die weit weniger wert ist als eine Resolution. Zudem hat sie nur appellativen Charakter. Konsequenzen bei Nichtbefolgung: Keine.

Blutbad in Homs | 04.02.2012, 09:29

Kairo. Bei dem Blutbad im syrischen Homs sind mehrere hundert Menschen getötet worden. Die syrische Oppositionsbewegung und die Regierung machen sich gegenseitig für das Blutvergießen verantwortlich. Trotz einer russischen Vetodrohung will der UN-Sicherheitsrat noch heute über eine Syrien-Resolution entscheiden.

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