Berlin - Wer was werden könnte in einem neuen Kabinett Merkel

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Wer was werden könnte in einem neuen Kabinett Merkel

Ein Kommentar von Kristina Dunz und Eva Quadbeck

Das Spannendste an einem Koalitionsvertrag steht für viele auf der letzten Seite: welche Partei welches Ministerium bekommt. Auch darüber beraten die drei Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Martin Schulz am Wochenende.

In den vergangenen vier Jahren hatte die Regierung von Merkel 14 Ministerien plus Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU). In dieser Größenordnung dürfte auch eine nächste große Koalition auftreten, wobei es zu anderen Zuschnitten der Ressort kommen könnte. Jedenfalls betonten sowohl Merkel als auch Seehofer zu Beginn der großen Verhandlungsrunde am Freitag in der SPD-Zentrale wieder, wie sehr sie die Digitalisierung als Zukunftsaufgabe sehen. So wird dies entweder eine Querschnittsaufgabe werden oder gebündelt in einem Ministerium oder im Kanzleramt angesiedelt.

Ein Versprechen muss Merkel bei der Besetzung der Posten einlösen: Zur Hälfte müssen es Frauen sein. Und eine Erwartung muss sie erfüllen: Das Kabinett braucht neue, junge Gesichter.

Als wahrscheinlich gilt, dass folgende Minister der CDU bleiben: Ursula von der Leyen (Verteidigung), Thomas de Maizière (Innen), Herrmann Gröhe (Gesundheit), Peter Altmaier (Kanzleramt) , wobei Rollentausch und Rochaden nicht ausgeschlossen sind. Neu könnten kommen die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz und Finanzstaatssekretär Jens Spahn – beide werden für die Spitze des Gesundheitsministeriums gehandelt. Spahn könnte sich aber auch um Digitalisierung kümmern.

Die CSU muss nachziehen

Die CSU, in den vergangenen vier Jahren ausschließlich mit Männern im Kabinett, dürfte Frauen nicht erneut übergehen und könnte Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär zur Ministerin machen. Bleiben könnte Entwicklungsminister Gerd Müller. Ein Neuzugang, aber altbekanntes Gesicht könnte Seehofer für das Ressort Arbeits- und Soziales sein.

Bei der SPD ist die spannendste Frage, ob Parteichef Martin Schulz Außenminister werden will, obwohl er ein Ministeramt unter Merkel mal ausgeschlossen hatte. Aber auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder hatte 2005 eine Koalition seiner Partei unter Merkel ausgeschlossen und drei Monate später wurde Merkel erste Bundeskanzlerin in Deutschland – und das und mit einer schwarz-roten Koalition.

An der Personalie Schulz hängt viel. Sigmar Gabriel etwa, der gern Außenminister bleiben würde. Auch Katarina Barley würde gern Familienministerin bleiben. Sie hat aber auch ein Auge auf das Ressort für Arbeit und Soziales geworfen, das sie aktuell geschäftsführend mitverwaltet. Da es bei Arbeit und Soziales viel zu verteilen gibt, dürfte die SPD darauf dringen, auch nach dem Wechsel von Nahles auf den Fraktionsvorsitz das Haus zu behalten.

Konkurrenz für Högl?

Heiko Maas, der den Posten des Justizministers gerne weiter ausfüllen möchte, könnte von SPD-Fraktionsvize Eva Högl Konkurrenz bekommen. Die Juristin gilt als beschlagen und durchsetzungskräftig. Umweltministerin Barbara Hendricks hat schon angedeutet, dass sie ihren Job als Umweltministerin gerne macht, ihr wird auch ein Wechsel ins Wirtschaftsministerium zugetraut.

Der frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hatte jüngst das Bildungsministerium als „Herzensangelegenheit“ der SPD beschrieben. Und nicht erst seit dem nun ausgehandelten Milliarden-Pakt für dieses Ressort kämpfen die Sozialdemokraten darum, erstmals seit 2005 dieses Ministerium wieder besetzen zu können.

Und was ist mit Merkels Favoritin für ihre Nachfolge im Kanzleramt und an der CDU-Spitze, Annegret Kramp-Karrenbauer? Die Saarländerin wird sich nicht verschleißen lassen wollen und lieber kurzfristig wechseln. Sie könnte 2019 ein Ministeramt übernehmen, wenn Altmaier, ebenfalls aus dem Saarland, vielleicht EU-Kommissar Günther Oettinger beerben würde.

Und Julia Klöckner, die CDU-Chefin aus Rheinland-Pfalz? Sie wäre für Merkel wie gemacht als CDU-Generalsekretärin: vertrauenswürdig, loyal, verbindlich, aber auch konfliktfreudig – vor allem, was den politischen Gegner angeht.

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